Tunnelbetreiber weist Schuld von sichSchwere Vorwürfe gegen Eurostar
Nach der Panne im Bahnverkehr unter dem Ärmelkanal greift der Tunnelbetreiber Eurotunnel den Zuganbieter Eurostar scharf an. Zuvor hatte eine Kommission beiden Unternehmen eine mangelnde Informationspolitik vorgeworden.
Die Evakuierung der Züge sei verzögert worden, weil Eurostar die Passagiere aufgefordert habe, ihr Gepäck mitzunehmen. Außerdem habe Eurostar die Fahrgäste nicht ausreichend informiert, erklärte Eurotunnel.
Zuvor hatte die französisch-britische Regierungskommission beiden Unternehmen bescheinigt, zu allererst an die Sicherheit der Passagiere gedacht zu haben. Der bei der Evakuierung der liegen gebliebenen Züge am 18. und 19. Dezember angewendete Plan sei aber nicht angemessen und müsse von beiden Unternehmen überarbeitet werden. Die Kommission hatte zudem Eurostar und Eurotunnel vorgeworfen, die Passagiere nicht ausreichend informiert zu haben.
Unverständlich endlose Kontrollen
Während Eurostar die Erklärung der Kommission begrüßt hatte, sieht sich Eurotunnel zu Unrecht kritisiert und schiebt die Schuld auf Eurostar. Außerdem habe die britische Polizei mit unverständlichen endlosen Kontrollen das Problem verschärft. Die Polizei will die Vorwürfe prüfen.
Mehr als 2000 Passagiere hatten vor Weihnachten teils 15 Stunden in den Zügen unter dem Ärmelkanal ausharren müssen. Tagelang fiel der Verkehr aus. Ursache war nach Angaben der Regierungskommission Schnee in den Triebköpfen. Im vergangenen Winter hatte Kondenswasser zu ähnlichen Problemen geführt. Eurostar habe erklärt, das Schneeproblem gelöst zu haben, erklärte die Kommission. Der Verkehr läuft inzwischen wieder normal.