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Donnerstag, 14. September 2017

Zugausfälle und Verspätungen: "Sebastian" strapaziert Nerven der Pendler

Das erste Sturmtief des Herbstes zieht über Deutschland. Zwei Menschen kommen dabei ums Leben. In Hamburg steht der Fischmarkt unter Wasser. Der Bahnverkehr kommt im Norden stellenweise zum Erliegen.

Nach dem ersten großen Herbststurm des Jahres müssen Pendler im Berufsverkehr in Norddeutschland auch am Morgen noch mit den Folgen kämpfen. Nach Bahn-Angaben sind im Norden weiterhin vier Strecken gesperrt, auf einigen weiteren waren nur einzelne Gleise befahrbar. Derweil warnen Meteorologen vor Unwettern im Südwesten Deutschlands. In den Morgenstunden könnte es im südlichen Hessen, Teilen Baden-Württembergs, in Rheinland-Pfalz und dem Saarland zu Dauerregen mit Hochwasser, Überschwemmungen und Erdrutschen kommen.

Orkantief "Sebastian" war zuvor mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometern über Deutschland gezogen. Etliche Bäume wurden entwurzelt, Baugerüste umgeworfen. Im Hochsauerlandkreis fiel eine 20 Meter hohe Fichte auf einen 53-jähriger Mann, der dabei tödlich verletzt wurde. In Hamburg wurde ein Mann von einem umgestürzten Baugerüst getroffen und starb. Am späten Mittwochabend setzte eine Sturmflut den Fischmarkt im Stadtteil St. Pauli unter Wasser.

Ergiebiger Regen

n-tv Meteorologe Björn Alexander sagte, dass in den vergangenen 24 Stunden in einem Streifen von Rheinland-Pfalz, Saarland, nördliches Baden-Württemberg bis Nordbayern zwischen 20 und 40, im Saarland und in der Pfalz stellenweise 40 bis 60 Liter pro Quadratmeter Regen gefallen seien. In Karlsruhe waren es sogar 64 Liter - und damit fast 20 Prozent mehr als in einem kompletten "normalen" September.
Auch im Norden der Insel Sylt regnete es ergiebig, in List kamen 58 Liter zusammen.

Die Bahn sowie der private Anbieter Metronom rechnen auch im Tagesverlauf mit Verspätungen bei vielen Verbindungen. Die Strecke Kiel-Rendsburg (RB75) blieb zunächst gesperrt. Die Metronom-Verbindung von Hamburg nach Bremen ist derweil wieder freigegeben, es müsse aber mit Verspätungen gerechnet werden. Der Betrieb zwischen Hamburg und Cuxhaven bleibe weiterhin gesperrt, ein Busnotverkehr sei eingerichtet. Die S-Bahn zwischen Hamburg und Stade könne eingleisig fahren, Metronomzüge allerdings noch nicht. Auf den Strecken Buchholz-Rotenburg-Bremen, Hamburg-Lüneburg-Uelzen sowie zwischen Uelzen und Göttingen sei ein Regelverkehr möglich, aber auch dort müsse mit Verspätungen gerechnet werden.

Engpässe gab es am Morgen zudem auf den Strecken Bremen-Oldenburg und Bremen-Norddeich, wie ein Sprecher der Bahn mitteilte. Da etwa in der Nähe von Delmenhorst nicht alle Gleise befahrbar seien, komme es dort auch zu Verspätungen für den Fernverkehr. Auch Verbindungen von und nach Rostock waren von den Sturmfolgen betroffen.

Erste Sturmflut des Herbstes

Der Betreiber Metronom hatte am Vorabend mitgeteilt, dass zwischen Hamburg und Stade sowie zwischen Stade und Cuxhaven kein Zugverkehr möglich sei. Auf den weiteren Strecken sei mit Verspätungen zu rechnen. "Sebastian" zog in der Hansestadt zudem Einschränkungen im U- und S-Bahnverkehr nach sich. Eine Sturmflut hatte am Abend den Fischmarkt im Hamburger Stadtteil St. Pauli unter Wasser gesetzt. Das Wasser stand an einigen Stellen etwa knietief, wie Passanten berichteten. Es sei die erste Sturmflut in diesem Herbst, hatte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie zuvor mitgeteilt.

Die Bahn setzte nach eigenen Angaben Hunderte Mitarbeiter ein, um die Sturmschäden zu beseitigen. So mussten Bäume von den Gleisen geräumt und beschädigte Oberleitungen repariert werden. Für gestrandete Passagiere stellte die Bahn Hotelzüge in den Bahnhöfen von Bremen, Dortmund, Hamburg und Hannover bereit. Dort konnten Reisende übernachten. Das Technische Hilfswerk habe Decken organisiert, sagte ein Bahnsprecher. Außerdem seien die Reisenden mit Suppen und Getränken versorgt worden.

Quelle: n-tv.de

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