Panorama

Amundsens "Maud" kehrt heimSegler soll zurück nach Norwegen

17.03.2012, 15:23 Uhr
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Roald Amundsen verschwand am 18. Juli 1928 unter mysteriösen Umständen. (Foto: ASSOCIATED PRESS)

1911 erreicht der Norweger Roald Amundsen als erster Mensch den Südpol. Sieben Jahre später sticht er mit dem Segelschiff "Maud" erneut in See, um die Nordost-Passage von Europa nach Amerika zu durchqueren. Die Reise gelingt. Das Schiff wird 1925 an ein kanadisches Unternehmen verkauft und verrottet. Jetzt wird ihm zu neuem Glanz verholfen.

Ein Segelschiff des norwegischen Polarforschers Roald Amundsen soll von Kanada nach Norwegen gebracht werden. Die kanadischen Behörden hätten der Überführung des 1930 gesunkenen Dreimastschoners "Maud" zugestimmt, teilte Jan Wanggaard mit, der sich seit langem um die Rückführung des Schiffs nach Norwegen bemühte. Die Einwohner der Cambridge Bucht im äußersten Norden Kanadas hatten sich gegen die Überführung des Wracks gewandt, das eine seltene Touristenattraktion in der entlegenen Gegend darstellt.

Amundsen, der 1911 hatte, war 1918 mit der "Maud" aufgebrochen, um die Nordost-Passage von Europa nach Amerika zu durchqueren. 1906 hatte er bereits als erster Europäer die Nordwest-Passage zwischen Europa und Asien passiert. Die Expedition 1918 gestaltete sich schwierig, doch gelang es ihm nach zwei Jahren, mit der "Maud" Alaska zu erreichen. Mehrere geplante Expeditionen zum Nordpol scheiterten aber.

"Baymaud" sank als Lagerhaus

Amundsens Schiff wurde 1925 an ein kanadisches Unternehmen verkauft und in "Baymaud" umbenannt. Zuletzt als Lager benutzt, sank der Dreimaster 1930 vor der Küste in der Cambridge Bucht, wo das Wrack noch immer halb aus dem Wasser ragt. Die norwegische Gemeinde Asker, wo das nach der norwegischen Königin Maud benannte Schiff 1917 gebaut worden war, erwarb das Schiff 1990 für einen symbolischen Preis von einem Dollar.

Da die Gemeinde jedoch nicht genug Geld aufbrachte, um das Wrack in ein Museum in Norwegen zu überführen, verfiel die ausgestellte Exportgenehmigung. Erst nach Sicherung der Finanzierung durch private Geldgeber und nach längeren Verhandlungen gaben die kanadischen Behörden schließlich grünes Licht für die Überführung. Projektleiter Wanggaard hofft nun, das Schiff Mitte des Jahres nach Norwegen zu bringen.

Quelle: ntv.de, dpa