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Feuerwerk in der Einflugschneise: Der Flugsicherung bleibt keine Wahl, als die betroffene Bahn vorübergehend zu sperren.
Feuerwerk in der Einflugschneise: Der Flugsicherung bleibt keine Wahl, als die betroffene Bahn vorübergehend zu sperren.(Foto: picture alliance / dpa)

Zwischenfall in Frankfurt am Main: Silvesterrakete verfehlt Flugzeug

Gefährlicher Leichtsinn am größten deutschen Luftdrehkreuz: Am Großflughafen Frankfurt explodiert ein Feuerwerkskörper neben einem landenden Flugzeug. Der Flugverkehr wird unterbrochen. Der Täter muss mit ernsten Konsequenzen rechnen.

Eine Silvesterrakete hat den Flugverkehr in Frankfurt am Main auf einer Landebahn für kurze Zeit durcheinandergewirbelt. Ein 41 Jahre alter Mann hatte die Rakete am Samstagmittag im nahen Kelsterbach gezündet, wie die Polizei mitteilte. Die Gemeinde liegt in unmittelbarer Nähe des Großflughafens nördlich der neuen Landebahn im Nordwesten.

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Die Silvesterrakete sei neben einer aus dem italienischen Verona kommenden Maschine explodiert, die gerade im Landeanflug auf die Nordwest-Bahn gewesen sei. Die Piloten konnten das Flugzeug sicher landen.

Im Tower jedoch löste der Zwischenfall umgehend die vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen aus: Ein nachfolgender Flieger wurde angewiesen durchzustarten. Die Maschine konnte schließlich auf einer anderen Bahn landen.

Bis zu zehn Jahre Gefängnis

Die Nordwest-Piste wurde für etwa eine halbe Stunde gesperrt, bis die ausrückenden Beamten Entwarnung gaben. An dem Flugzeug aus Verona wurden nach Angaben der Polizei keine Schäden festgestellt. Der Mann aus Kelsterbach wurde ausfindig gemacht. Er gestand die Tat und zeigte laut Polizei Reue.

Gegen den leichtsinnigen Hobby-Pyrotechniker wurde ein Verfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr eingeleitet. Im Fall einer Verurteilung droht ihm nach Paragraf 315 im Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren.

Der Übermut mit der Silvesterrakete könnte ihn auch finanziell teuer zu stehen kommen. Falls er für die Einsatzkosten der Polizei, den Arbeitsaufwand der Wartungstechniker am betroffenen Flugzeug sowie etwaige Schadenersatzforderungen der Fluggesellschaften für Verspätungen aufkommen muss, könnten sich die einzelnen Posten schnell auf mehrere Zehntausend Euro summieren.

Quelle: n-tv.de

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