Panorama

34 Jahre alter KriminalfallSperma-Spuren überführen Mörder von 1982

21.07.2016, 15:20 Uhr

Erna Ganz wurde beraubt, sexuell misshandelt und dann erstickt. Die grausame Tat geschah im Juni 1982 in der Wohnung der damals 73-Jährigen. 34 Jahre später ist der Täter überführt. Er war zur Tatzeit gerade 17 Jahre alt.

Der brutale Mord an Erna Ganz im Jahr 1982 erschütterte ganz Deutschland. Die damals 73-Jährige war in den Abendstunden des 30. Juni in ihrer Erdgeschosswohnung in Schleswig überfallen, vergewaltigt und erstickt worden.

34 Jahre nach der grausamen Tat hat die Polizei den mutmaßlichen Mörder gefasst. Dieser konnte anhand von Sperma-Spuren überführt werden, wie die ermittelnde Kriminalhauptkommissarin Susanne Jager bei einer Pressekonferenz in Flensburg mitteilte. Der Tatverdächtige sei heute 51 Jahre alt und lebe als Familienvater in Ostholstein. Der Verdächtige habe die Tat bei der Vernehmung bereits gestanden.

Wegen der lange ungeklärten Tat hatten Ermittler 2013 Beweismittel mit den Möglichkeiten neuer Technologien untersucht. Die Kriminalpolizei Flensburg lud zum Massengentest und untersuchte seitdem rund 1200 Speichelproben. "Vergangenen Donnerstag hat er in seinem Umfeld eine Nachricht verschickt, aus der hervorging, dass er möglicherweise für das Delikt verantwortlich ist", sagte Jager. Daraufhin wurde er zum DNA-Test gebeten.

Täter lebte mit Opfer im gleichen Haus

Außerdem hatten die Kriminalbeamten ein Täterprofil erstellt. Sie gingen davon aus, dass der Täter Bezüge zum Wohnort des Opfers hatte. Und genau so war es dann auch: Der heute 51-Jährige und Erna Ganz kannten sich nach Angaben der Ermittler, weil sie zwischenzeitlich im gleichen Haus wohnten.

An ihrem Todestag befand sich Ganz offenbar allein in dem Mehrfamilienhaus, weil alle Nachbarn auf einer Feier waren. Der einzige Sohn der Witwe wohnte zwar im gleichen Gebäude, war aber oft beruflich bedingt mehrere Tage nicht zu Hause. So auch an dem fraglichen Abend. Er entdeckte die Leiche seiner Mutter am nächsten Morgen.

Stand jetzt geht die Polizei davon aus, dass die Situation zwischen der Rentnerin und dem damals noch Jugendlichen eskalierte, als er die Schränke der Frau durchwühlte. Laut Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt wird der Mann vor dem Jugendgericht angeklagt. Zu dem Mordmerkmal Habgier komme noch die Verdeckung einer Straftat, so Stahlmann-Liebelt.

Quelle: ntv.de, dsi/dpa

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