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Tote auf den Straßen, Trümmer überall: Taifun "Haiyan" hinterlässt nur Tränen

Der schwere Sturm hat die Philippinen längst passiert, doch seine Folgen sind noch immer nicht ganz abzusehen. Den Behörden fehlt der Kontakt in manche Städte. In der Provinz Leyte soll es bis zu 10.000 Opfer geben. Jetzt drohen Seuchen und eine Hungersnot.

Zerstörung, so weit das Auge reicht: Der Riesen-Taifun "Haiyan" hat auf den Philippinen ein Chaos hinterlassen, das an den verheerenden Tsunami von 2004 erinnert. Das Rote Kreuz befürchtet, dass rund 1200 Menschen ihr Leben verloren. In den Küstengebieten waren ganze Dörfer überschwemmt, viele Gegenden waren ohne Kontakt zur Außenwelt.

Zeugen berichten, dass im Krisengebiet überall Leichen  auf den Straßen liegen. Eric Tayag vom Gesundheitsministerium sagte: "Wir schauen, wo die Toten begraben werden können, vielleicht in einem Massengrab." Der UN-Mitarbeiter Sebastian Rhodes Stampa erwartete äußerst schwierige Bedingungen bei den Rettungsarbeiten: "Die Straßen seien unpassierbar. In der Stadt gebe es weder Wasser, Nahrungsmittel noch Strom."

Polizei befürchtet 10.000 Tote in Leyte

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Allein in der Provinz Leyte sollen 10.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Dies vermeldete der regionale Polizeichef Elmer Soria. Zuvor hatte alleine die besonders stark getroffene Küstenstadt Tacloban 1000 Tote gemeldet. In Samar sprach das Rote Kreuz von 200 Opfern.

Nach Angaben der Behörden wurden große Gebiete durch eine von "Haiyun" ausgelöste Sturmflut komplett überschwemmt. "Stellen Sie sich einen Abschnitt von einem Kilometer Breite vom Ufer aus vor, alle Hütten, einfach alles ist zerstört", sagte Innenminister Mar Roxas nach einem Besuch von Küstenorten auf Leyte. "Sie waren wie Streichhölzer, die ins Landesinnere getrieben wurden."

Verletzte brauchen dringend Hilfe

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Fotos zeigen Bilder des Grauens: Trümmerfelder, soweit das Auge reicht. Ein kleiner Junge steht verloren zwischen den Familienhabseligkeiten, das Haus im Hintergrund ist zerstört. Ein Mann sucht zwischen den halb fortgerissenen Wänden seiner Bleibe alles, was noch zu retten ist. Unter freiem Himmel steht die noch in der Wand verankerte Toilette. Verletzte humpeln barfuß zwischen den Trümmerbergen herum. Kahle Baumstämme ragen grotesk verbogen in den Himmel. Riesige Äste versperren die Straßen.

Auch der Bürgermeister von Coron veröffentlichte erschreckende Fotos: Zu sehen sind zerstörte Straßenzüge und Markthallen sowie Anwohner, die Leichen mit Schubkarren bergen. Andere schleppen zu sechst eine Tür, auf der ein Toter notdürftig mit einer großen Reklame-Plastikplane abgedeckt ist.

Vier Millionen Menschen betroffen

"Haiyan", einer der schwersten Tropenstürme aller Zeiten, war am Freitag mit voller Wucht auf die ostphilippinischen Inseln Leyte und Samar getroffen. Er wirbelte mit Spitzengeschwindigkeiten von 300 Kilometern in der Stunde - auf einer Breite von etwa 600 Kilometern. Laut Regierung waren vier Millionen Menschen in 36 Provinzen betroffen. In vielen Gebieten war die Kommunikation mit der Außenwelt unterbrochen, weil Strom- und Telefonleitungen zerstört wurden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach ihr Beileid aus und bietet deutsche Hilfe bei der Bewältigung der Folgen an. Außenminister Guido Westerwelle zeigte sich bestürzt über die vielen Opfer und bekundete seine Anteilnahme. Auch Papst Franziskus und US-Außenminister John Kerry drückten ihr Mitgefühl aus.

Die Philippinen werden jedes Jahr von etwa 20 Wirbelstürmen heimgesucht. Taifun "Haiyan" zog über das Südchinesische Meer weiter Richtung Vietnam. 450 000 Soldaten seien dort in Alarmbereitschaft, berichtete die Lokalpresse. Rund eine halbe Million Menschen wurde aus Küstengebieten in Sicherheit gebracht.

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Quelle: n-tv.de

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