Panorama

Mindestens 14 Tote auf PhilippinenTaifun stürzt Manila ins Chaos

27.09.2011, 13:31 Uhr
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Bewohner von Manila retten ihre Kinder. (Foto: REUTERS)

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 170 Stundenkilometern erreicht der Sturm die Nordostküste der Hauptinsel Luzon mit ihren 48 Millionen Einwohnern. In Manila bricht Chaos aus: Straßen werden überflutet, teilweise stehen die Menschen bis zu den Hüften im Wasser.

Mit ungeahnter Wucht hat Taifun "Nesat" die philippinische Millionenmetropole Manila erfasst. Obwohl das Auge des Sturms rund 240 Kilometer weiter nordöstlich lag, fegten gewaltige Taifunausläufer über die Hauptstadt, entwurzelten Bäume, rissen Strommasten um und setzten ufernahe Bezirke unter Wasser. In Manila brach Chaos aus: Teilweise standen die Menschen bis zu den Hüften im Wasser. Erdrutsche versperrten die Straßen. Behörden und Schulen blieben geschlossen, gut ein Drittel der Millionenmetropole war ohne Strom. Dutzende Inlandsflüge wurden gestrichen, die öffentlichen Verkehrsmittel stellten den Betrieb ein. Die Börse setzte den Handel aus, und Unternehmen schickten ihre Mitarbeiter nach Hause.

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Die Stromversorgung ist unterbrochen. (Foto: REUTERS)

Die Sturmböen peitschten die Wellen über die Kaimauern des historischen Strandviertels, ein nahegelegenes Krankenhaus wurde überschwemmt und musste seine Patienten in höhere Stockwerke verlegen. Ein Fünf-Sterne-Hotel wurde laut Zivilschutz evakuiert.

Zehntausende Menschen waren auf der Flucht. Mindestens 14 Menschen kamen ums Leben, wie die Behörde für Zivilverteidigung berichtete.

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Rettungskräfte bergen ein Neugeborenes. (Foto: REUTERS)

Das Tiefdruckgebiet hatte einen Durchmesser von 600 Kilometern. Das Auge des Taifuns erreichte die Nordostküste um kurz nach Mitternacht, berichtete die Wetterbehörde. "Nesat" wirbelte mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 170 Kilometern in der Stunde. Er zog in nordwestlicher Richtung über die Insel Luzon und schwächte sich dabei nach Angaben der Wetterbehörde merklich ab.

Weil die Telefonverbindungen unterbrochen waren und der Strom in weiten Teilen Luzons nicht funktionierte, hatten die Katastrophenbehörden zunächst keinen genauen Überblick über die Schäden.

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In den Straßen steht das Wasser. (Foto: REUTERS)

Wie die Wetterbehörden mitteilten, sind die östlichen Provinzen Isabela und Aurora, die Reiskammern der Philippinen, am schwersten von dem Taifun betroffen. Tausende Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Am Montag hatten die Behörden bereits rund 110.000 Menschen in der ebenfalls im Osten von Luzon gelegenen Provinz Albay in Sicherheit gebracht.

Nach Einschätzung der Behörden wird "Nesat" noch bis Mittwoch über der Hauptinsel wüten. Die Philippinen werden pro Jahr von etwa 20 Taifunen heimgesucht; "Nesat" ist nach Angaben von Experten der bislang heftigste in diesem Jahr.

Quelle: dpa/AFP