Zugriff beim FußballguckenTaxi-Mörder festgenommen
In einer Gartenlaube hatte sich der mutmaßliche Taxi-Mörder vom Bodensee versteckt. Zielfahnder konnten die Spur des "sehr gefährlichen Mannes" bis nach Brandenburg verfolgen. Dort schlugen sie zu, als der gebürtige Russe mit Freunden das 3:0 der DFB-Elf bejubelte.
Die Polizei in Brandenburg hat den mutmaßlichen Taxi-Mörder vom Bodensee gefasst, als Deutschland im Freudentaumel tanzte. Kurz nach 22.00 Uhr am Sonntagabend während des WM-Spiels Deutschland-Australien schlugen die Ermittler zu. Etwa 20 Polizeibeamte vom Landeskriminalamt Brandenburg stürmten eine Gartenlaube in Senftenberg (Brandenburg), wo der 28-Jährige bei Verwandten das Spiel schaute. "Er war völlig überrascht und ließ sich widerstandslos festnehmen", sagte ein Polizeisprecher im baden-württembergischen Friedrichshafen.
Der gebürtige Russe soll am vergangenen Mittwoch in Hagnau am Bodensee eine 32 Jahre alte Taxifahrerin erstochen und einen Tag zuvor in Singen eine 44-jährige Taxifahrerin schwer verletzt und vergewaltigt haben. Wie die Polizei mitteilte, wurde der Verdächtige noch nicht vernommen. Er werde erst im Laufe des Tages nach Friedrichshafen überstellt und dort der Sonderkommission "Taxi" übergeben, hieß es. Anschließend soll er beim Amtsgericht Konstanz einem Haftrichter vorgeführt werden.
Alter Bekannter der Polizei
Der Tatverdächtige lebte lange Zeit bis etwa 2007 in Senftenberg. In dieser Zeit fiel er mehrfach wegen Eigentumsdelikten auf. Dadurch konnten die Ermittler auf entsprechende Daten bei der Fahndung zurückgreifen. Zuletzt war er in Moskau. Anfang Juni kam er zurück nach Deutschland, hielt sich am Bodensee und auch in Sachsen auf. Schließlich verdichteten sich Hinweise, dass der Mann nach den Morden nach Brandenburg zurückgekehrt sein könnte.
Tipp kann aus dem Umfeld
Nachdem die Ermittler den Gesuchten am Sonntagnachmittag identifiziert hatten und vor Ort recherchierten, gaben Bekannte des Mannes der Polizei schließlich den Hinweis auf seinen Aufenthaltsort in Senftenberg. Während des Fußballspiels - das Fußballspiel stand 3:0 - schlugen die Spezialeinsatzkräfte dann zu.
Wie der 28-Jährige nach Brandenburg gelangte, ist bislang unklar. Auch gibt es noch keine Hinweise auf sein Motiv. Der mutmaßliche Taxi-Mörder war wegen verschiedener Eigentumsdelikte im Kreis Konstanz zur Fahndung ausgeschrieben. Er hatte nach Angaben der Ermittler Kontakte sowohl nach Singen als auch nach Friedrichshafen.