Panorama

Neueröffnung fällt ins WasserTechnikerin flutet Stadtarchiv

02.07.2010, 15:53 Uhr

Eine Mitarbeiterin des Düsseldorfer Schauspielhauses setzt unbeabsichtigt die Sprinkleranlage in Gang und damit das Stadtarchiv unter Wasser – ausgerechnet am Tag der Neueröffnung. Der Schaden an den Archivalien ist aber gering, beruhigt der Archivleiter.

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Restauratoren sichten die Schäden. (Foto: dpa)

Ein falscher Knopfdruck an der Löschanlage ist Ursache für den Wasserschaden im Düsseldorfer Stadtarchiv. Das Unglück nahm im darüberliegenden Stockwerk seinen Lauf, nachdem eine Mitarbeiterin des Schauspielhauses bei einer Theaterprobe mit Spezialeffekten versehentlich einen falschen Knopf gedrückt hatte. Die Höhe des Sachschadens sei noch unklar, sagte ein Sprecher der Stadt. Aus der Löschanlage flossen bis zu 10.000 Liter Wasser durch drei Etagen in den Keller. "Der Schaden an den Archivalien ist überschaubar", beruhigte Archivleiter Clemens von Looz-Corswarem.

Neueröffnung fällt ins Wasser

In dem vor wenigen Jahren renovierten Gebäude sollte am selben Tag das Archiv wieder für das Publikum öffnen. Außerdem ist dort das Produktionszentrum des Schauspiels Düsseldorf untergebracht. Jetzt laufen in dem Gebäude überall die Trocknungsmaschinen. "In einigen Räumen stehen noch Wasserlachen", berichtet der Archivleiter.

Etwa 150 Regalmeter Akten waren von herabfließenden Wassermassen erwischt worden. "Die Archivkartons haben das Wasser weitgehend abgehalten", berichtete Looz-Corswarem. Dennoch müssten die Spezialtrockner wohl noch zwei Wochen laufen. Das Stadtarchiv mit vielen historischen Dokumenten aus mehreren Jahrhunderten bleibe vermutlich mindestens noch vier Wochen geschlossen.

Schnelle Hilfe

Eine Konsequenz aus dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs im März 2009 kam den Nachbarn in Düsseldorf nun zugute: Vier Fachleute aus der Archivberatung des Landschaftsverbands Rheinland in Brauweiler waren binnen kurzer Zeit vor Ort und packten mit an. Auch 25 Feuerwehrleute waren vor Ort, um der Fluten Herr zu werden.

Eine genaue Bestandsaufnahme steht noch aus. Der Holzboden der Probebühne stand komplett unter Wasser. Für den laufenden Betrieb des Theaters hat der Schaden erstmal keine großen Folgen: Am 12. Juli beginnen die Theaterferien.

Quelle: dpa