Panorama

Weniger ZwergwaleTouristen gegen Walfänger

10.07.2008, 17:34 Uhr

Ein Boot mit Island-Touristen bei der Walbeobachtung hat die Aktivitäten isländischer Walfänger sabotiert, so dass dessen Besatzung die Jagd auf Zwergwale aufgeben musste.

Ein Boot mit Island-Touristen bei der Walbeobachtung hat die Aktivitäten isländischer Walfänger sabotiert. Wie der Rundfunksender RUV in Reykjavik berichtete, legte die Besatzung den Kutter "Elding 2" vor der Hafenstadt Hafnarfjördur so dicht an den Kiel des Walfangschiffes "Njördur KO7", dass dessen Besatzung die Jagd auf Zwergwale aufgeben musste. Das sei bereits der zweite Vorfall dieser Art im Sommer gewesen, berichtete der Sender weiter.

Die Arrangeure der bei Touristen auf der Nordatlantikinsel beliebten Walbeobachtung setzen sich geschlossen für ein Verbot des Walfangs ein. In diesem Jahr hat Fischereiminister Einar F. Gudfinnsson 40 Zwergwale zum Abschuss freigegeben. Der Kapitän des Walfangkutters "Njördur KO7", Karl Thr Baldvinsson, sagte, er respektiere die für das "Whale Watching" abgesteckten Zonen vor der Küste. Umgekehrt erwarte er auch von den Walbeobachtern die Respektierung seiner legalen Aktivitäten.

Die Walbeobachtungs-Veranstalter beklagen in diesem Sommer übereinstimmend, dass sich nur wenige Zwergwale blicken lassen. Dies führen sie auf viel zu hohe offizielle Bestandsschätzungen zurück. Islands Meeresforschungsinstitut bestätigte dies Ende Mai teilweise mit der Angabe, dass sich der Bestand möglicherweise seit der Schätzung von 2001 mit 43.600 Tieren um knapp ein Viertel vermindert habe.