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In Haiti ist die Lage weiter dramatisch. Es fehlt vor allem an sanitären Anlagen.

In Haiti ist die Lage weiter dramatisch. Es fehlt vor allem an sanitären Anlagen.
(Foto: AP)

Freitag, 05. Februar 2010

"Haiti verdient es": USA fordern Schuldenerlass

Die USA unterstützen einen kompletten internationalen Schuldenerlass für Haiti. Wie Finanzminister Timothy Geithner in Washington erklärte, setzten sich die USA bei ihren weltweiten Partnern dafür ein, dass dem Karibikstaat seine Rückzahlungen an internationale Institutionen erlassen würden, um sich schneller von dem zerstörerischen Erdbeben im Januar zu erholen.

"Wir verkünden unsere Unterstützung für das, was Haiti braucht", sagte Geither. "Es verdient einen vollständigen internationalen Schuldenerlass." Geithner begrüßte auch den Aufruf des geschäftsführenden Direktors des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, Haiti die ausstehenden IWF-Schulden zu erlassen, inklusive der jüngst gezahlten Nothilfe.

Der IWF hatte Haiti erst im Juli 2009 für eine Reihe von Reformen belohnt, die es trotz widriger Umstände umgesetzt habe. Die Organisation erließ dem bettelarmen Karibikstaat Schulden von über einer Milliarde Dollar. In September 2009 hatten die USA der haitianischen Regierung ihre Schulden erlassen.

Sanitäre Anlagen fehlen

Unterdessen ist die Lage in Haiti weiter dramatisch. Nach Wasser, Essen und Unterkünften werden jetzt auch fehlende Toiletten ein Problem für das von einem Erdbeben zerstörte Port-au-Prince. In der haitianischen Hauptstadt würden dringend sanitäre Anlagen gebraucht, sagte ein Sprecher der Vereinten Nationen. "Wir brauchen 7000 Latrinen und 25.000 Campingtoiletten", sagte der Sprecher. Nach wie vor fehlen aber auch zehntausende Zelte und Notunterkünfte. "Die Helfer sind dazu übergegangen, kleinere Lager, möglichst in der Nachbarschaft der zerstörten Häuser, einzurichten." Damit sollen die Probleme großer Lager umgangen werden.

Nach Angaben des Sprechers läuft zwar in vielen Teilen der Hauptstadt längst wieder die Schule, oft würden aber die Schüler fehlen. "Die Eltern haben Angst, ihre Kinder zur Schule zu schicken, weil sie neue Erdbeben befürchten." Die Vereinten Nationen würden jetzt dafür werben, die Kinder doch in die Schule zu schicken, um damit den Aufbau Haitis zu unterstützen. Für Kinder, die ihre Eltern verloren haben, seien große Zelte als provisorische Waisenheime errichtet worden.

Unterdessen war der UN-Sondergesandte Bill Clinton erneut in dem Land eingetroffen. Der frühere US-Präsident sprach mit Vertretern der Vereinten Nationen und wollte später auch mit haitianischen Regierungsvertretern zusammentreffen. Zudem sollte Clinton ein Lager mit Überlebenden besuchen.

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fma/dpa

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