Panorama

S-Bahn-Fahrgast in München getötetJugendliche vor dem Haftrichter

12.09.2009, 21:09 Uhr

Nach dem tödlichen Angriff auf einen S-Bahn-Fahrgast werden die beiden mutmaßlichen Täter dem Haftrichter vorgeführt. Nach Polizeiangaben hatten die 17 und 18 Jahre alten Jugendlichen am Vortag am Münchner S-Bahnhof Solln einen 50-jährigen Fahrgast brutal niedergeschlagen und getreten.

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Trauernde haben beim Tatort am Bahnhof Solln Blumen und Kerzen aufgestellt. (Foto: dpa)

Ein S-Bahn-Fahrer, der einen Streit schlichten wollte, ist in München von zwei Jugendlichen zusammengeschlagen worden und an seinen Verletzungen gestorben. Nach Angaben eines Polizeisprechers war der 50-Jährige noch in der S-Bahn dazwischen gegangen, als die beiden Schläger andere Jugendliche bedrohten und Geld von ihnen forderten.

Nachdem alle Beteiligten am S-Bahnhof Solln ausgestiegen waren, hätten die beiden mutmaßlichen Täter im Alter von 17 und 18 Jahren den Mann angegriffen und ihn zu Boden geschlagen. Dabei schlug das Opfer vermutlich auf ein Gitter oder einen anderen harten Gegenstand auf und zog sich so schwere Kopfverletzungen zu, dass er das Bewusstsein verlor.

Ermittlungen wegen Tötungsdelikts

Zeugen beobachteten die Schlägerei und verständigten die Polizei. Rettungskräfte versuchten daraufhin noch am Tatort vergeblich, den Mann wieder ins Bewusstsein zu holen. Der 50-Jährige wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er am Abend seinen Verletzungen erlag. Gegen die beiden mutmaßlichen Täter wird wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt. Über die Einzelheiten wollen der Leiter der Mordkommission und der zuständige Staatsanwaltschaft an diesem Sonntag im Polizeipräsidium München berichten.

Nach der Attacke auf den Mann an dem S-Bahnhof hatten sich die beiden Angreifer in einem Gebüsch in der Nähe versteckt. Noch während die herbeigerufenen Rettungskräfte den Mann versorgten, entdeckte die Bundespolizei die beiden mutmaßlichen Täter.

Attacke im Jahr 2007

In der Vergangenheit hatte es mehrfach brutale Übergriffe in der Münchner U-Bahn gegeben. Vor allem die Attacke auf einen Rentner, der im Jahr 2007 wegen seines Hinweises auf das Rauchverbot in der U-Bahn lebensgefährlich verletzt worden war, hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Quelle: dpa