Mittwoch, 07. November 2007
Bleiverseuchtes Marihuana: Vergiftungen in Leipzig
Mit Blei versetztes Marihuana ist in Leipzig und Umgebung im Umlauf. Das habe die Analyse erster Proben durch das Bundeskriminalamt (BKA) ergeben, teilte die Leipziger Polizei mit.
Bislang sind den Ermittlern 19 Fälle bekannt, bei denen Konsumenten zum Teil schwerste Bleivergiftungen erlitten. Bei den Betroffenen seien Bleiwerte im Blut festgestellt worden, die weit über den Grenzwerten lägen. Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung gegen Unbekannt.
Die Ermittler gehen davon aus, dass sich immer noch mit Blei versetzter Stoff im Umlauf befindet. Sie riefen Marihuana- oder Cannabis-Konsumenten auf, sich zu melden und die Droge für weitere Untersuchungen abzugeben. "Ohne dieses Wissen ist eine zielgerichtete Ermittlung nicht möglich", sagte Kriminaldirektor Uwe Matthias. Die Strafverfolgung der Konsumenten soll dabei nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft "nicht im Vordergrund stehen". Dass sie straffrei ausgehen, könne die Behörde aber nicht garantieren.
Bisher ist die Herkunft des Stoffes unklar. Laut Behörden wurden bei den Patienten weit über 2.000 Mikrogramm Blei pro Liter im Blut festgestellt. Bei Werten von 800 seien schwere Krankheiten zu erwarten, die Arbeitsmedizin nenne 300 als Grenzwert. Anzeichen für eine Bleivergiftung können unter anderem schwere Bauchkrämpfe, Magen-Darm-Beschwerden und hoher Blutdruck sein.
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