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Der Verlag Friedrich Oetinger entfernte vor vier Jahren bereits entsprechende Worte aus Kinderbuchklassikern wie "Pippi Langstrumpf".
Der Verlag Friedrich Oetinger entfernte vor vier Jahren bereits entsprechende Worte aus Kinderbuchklassikern wie "Pippi Langstrumpf".(Foto: picture alliance / dpa)

Kinderbücher werden angepasst: Verlag streicht "Neger"

"Zigeuner", "Neger", "Negerlein": In vielen alten Büchern werden diese Begriffe bis heute benutzt. Doch allmählich reagieren die ersten Verlage auf den Unmut der Leser. Klassiker wie "Die kleine Hexe" müssen bald ohne die umstrittenen Worte auskommen.

Otfried Preußlers Kinderbuch-Klassiker wie "Die kleine Hexe" werden künftig ohne diskriminierende Begriffe wie "Negerlein" und "Neger" erscheinen. "Wir werden alle unsere Klassiker durchforsten", kündigte Verleger Klaus Willberg vom Stuttgarter Thienemann Verlag in der "taz" an. Die umstrittenen Worte würden dabei nicht ersetzt, sondern ganz gestrichen. Es sei notwendig, Bücher an den sprachlichen und politischen Wandel anzupassen, begründet Willberg den Schritt. "Nur so bleiben sie zeitlos." Nach seiner Aussage werde der Verlag alle Klassiker entsprechend "durchforsten".

Der Thienemann Verlag folgt damit dem Verlag Friedrich Oetinger aus Hamburg, der veraltete Worte wie "Neger" und "Zigeuner" bereits vor vier Jahren aus seinen aktuellen Übersetzungen von "Pippi Langstrumpf" und anderen Büchern von Astrid Lindgren gestrichen hat. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt, als sie bekannte, diskriminierende Begriffe auszulassen, wenn sie ihrer Tochter aus Kinderbuchklassikern wie "Jim Knopf" oder "Pippi Langstrumpf" vorlese.

Der 89-jährige Otfried Preußler schrieb mit seiner "Räuber Hotzenplotz"-Trilogie und "Krabat" Klassiker der deutschen Kinderbuch-Literatur. Er hatte sich laut Bericht lange gegen jede Änderung seines Klassikers "Die kleine Hexe" gestemmt, der 1958 mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet und seitdem in 47 Sprachen übersetzt wurde. "Mit der Zeit ist aber die Einsicht gewachsen, dass die Authentizität des Werks der sprachlichen Weiterentwicklung untergeordnet werden muss", sagte Willberg.

Quelle: n-tv.de

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