Donnerstag, 17. November 2005
Tote und Halluzinationen?: Verwirrung um Tamiflu
Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat von dem Tamiflu-Hersteller Roche weitere Informationen angefordert, nachdem das Grippemedikament in Zusammenhang mit dem Tod von zwölf Kindern in Japan gebracht worden ist.
Zudem bezeichnete die FDA es am Donnerstag als beunruhigend, dass Kinder in 32 Fällen nach der Einnahme von Tamiflu Halluzinationen gehabt oder sich abnormal verhalten haben sollen. Auch die zwölf Verstorbenen sollen den zumeist aus Japan kommenden Berichten zufolge Tamiflu eingenommen haben, bevor sie starben. Allerdings seien die Berichte hinsichtlich der Todesursache extrem schwierig zu interpretieren, räumte die FDA ein.
Roche teilte mit, es sei keine Zunahme von Todesfällen oder neuropsychiatrischen Vorfällen bei Tamiflu-Patienten im Vergleich zu anderen Grippe-Patienten feststellbar. Roche-Aktien gerieten dennoch kräftig unter Druck. Sie notierten in Zürich um 1,9 Prozent im Minus mit 188,50 Franken.
Tamiflu wurde zuletzt für Roche zum wahren Verkaufsschlager, da es als wirksamstes Medikament gegen die Vogelgrippe gilt. Weltweit decken sich derzeit Staaten und Privatverbraucher mit Tamiflu ein, um gewappnet zu sein, falls sich die vor allem in Asien grassierende Krankheit zu einer Pandemie entwickeln sollte. Vertreter von Roche sowie der FDA kündigten an, am Freitag nähere Informationen zu den strittigen Fällen bekanntzugeben.
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