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Die Hoaxmap visualisiert Gerüchte und widerlegt sie mit Informationen.
Die Hoaxmap visualisiert Gerüchte und widerlegt sie mit Informationen.

Hoaxmap für Deutschland: Welche Gerüchte über Flüchtlinge kursieren

Vergewaltigung, Betrug, Religiöser Fanatismus: Gerüchte über Flüchtlinge gibt es viele, doch die allerwenigsten erweisen sich als wahr. Eine Karte zeigt, wo welche Unwahrheiten gestreut werden - und welche Bundesländer die meisten Lügen hervorbringen.

"Vergewaltigung einer jungen Frau durch mehrere Flüchtlinge."Geflüchtete stehlen Pferd und verspeisen es." "Bordell-Gutschein für Geflüchtete vom Sozialamt." "2000 Euro Begrüßungsgeld für Flüchtlinge." "Geflüchtete in Damensauna." Das sind nur einige von vielen Schlagzeilen über Flüchtlinge, die eines gemeinsam haben: Sie entbehren jeder Grundlage.

Eine junge Frau, die es leid war, dass mit bösartigen Behauptungen Stimmung gegen Flüchtlinge gemacht wird, hat Falschmeldungen, sogenannte Hoaxes, gesammelt und sie in eine Googlemaps-Karte mit visualisierten Orten gebracht. "Die Hoaxmap ist aus dem Wunsch entstanden, eine Ordnung in die Vielzahl gestreuter Gerüchte zu bringen und die Dekonstruktion selbiger zu erleichtern", erklärt Initiatorin Karolin Schwarz ihre Absicht.

Die Hoaxmap zeigt gelbe Punkte, an denen Gerüchte über Flüchtlinge entstanden sind. Durch einen Klick auf einen Punkt öffnet sich ein Fenster mit Informationen über das Gerücht. Ein externer Link auf einen journalistischen Artikel widerlegt das Gerücht durch Informationen. Bislang hat die Hoaxmap 187 Einträge.

Erfurt und erfundene Märchen

Die meisten erfundenen Geschichten finden sich der Hoaxmap zufolge in den bevölkerungsreichsten Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg, vergleichsweise wenige Gerüchte werden demnach in Niedersachsen und überproportional viele in Thüringen gestreut. Die Thüringer sind offenbar besonders gut darin, Gerüchte zu verbreiten. In der Landeshauptstadt Erfurt kursieren mit derzeit sieben Einträgen die meisten Gerüchte.

Am häufigsten werden Flüchtlinge der Vergewaltigung und des Diebstahls bezichtigt. Auch der Vorwurf, Flüchtlinge würden übertriebene Geld- und Sachleistungen von Ämtern bekommen, findet sich häufig. In der Sammlung tauchen auch einige Gerüchte auf, die sich nicht direkt auf Asylsuchende beziehen, sondern auf angebliche Straftaten oder Repressionsmaßnahmen gegen Teilnehmer rassistischer Demonstrationen.

Die Karte erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, betont Schwarz. Gefunden und ausgewertet habe sie die Gerüchte über Suchmaschinen und Twitter. Schwarz weist zudem darauf hin, dass jeder Ergänzungen an @hoaxmap einschicken kann.

Quelle: n-tv.de

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