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Noch ist kein Schnee gefallen, doch die bereits sehr niedrigen Temperaturen lassen die ersten Flocken erahnen.
Noch ist kein Schnee gefallen, doch die bereits sehr niedrigen Temperaturen lassen die ersten Flocken erahnen.(Foto: dpa)
Dienstag, 19. November 2013

Erste Schneefälle im Anmarsch: Winter kommt auf leisen Sohlen

Der Herbst geht langsam zu Ende, die Temperaturen sinken deutlich. Auch n-tv Wetterexperte Björn Alexander macht da nur wenig Hoffnung. Es wird ungemütlich - Überraschungen sind jedoch noch möglich.

n-tv.de: Björn, der Winter soll kommen. Worauf müssen wir uns einstellen?

Björn Alexander: Die Wetterlage wird sich jetzt erst einmal umstellen. Das Wochenende brachte uns ruhiges, aber leider auch oft trübes Hochdruckwetter. Herbstwetter eben, das auch in Sachen Temperaturspanne absolut in die Jahreszeit passt. Jetzt wird es allerdings Zeit, mal in Richtung Winter zu blicken. Ab Dienstag dreht der Wind und damit ereilt uns mit einer nördlichen Strömung schubweise kalte Polarluft.

Klingt nach "Winterreifenwetter"?

Absolut. Wer es bisher noch nicht geschafft hat, seine Reifen zu wechseln oder wechseln zu lassen, für den ist jetzt die Zeit gekommen, zur Tat zu schreiten. Denn selbst im Flachland kann es erste Flocken geben und nachts kann es bei Werten um oder unter null Grad glatt werden.

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Wie sind die Details?

Am Dienstag kommt eine Kaltfront bis zum Abend bis auf einen Bereich Ostsee - Rheinland-Pfalz und Saarland voran. Damit sinkt die Schneefallgrenze in den Mittelgebirgslagen später auf etwa 800 Meter, teils vielleicht auch schon darunter. Nur der Südosten bleibt dann noch trocken und mit Sonne und Föhn außerhalb der trüben Täler auch sehr mild mit bis zu 12 Grad. In der Nacht zum Mittwoch bricht der Föhn zusammen und die Kaltluft breitet sich aufs ganze Land aus.

Schneit es dann überall?

Das hängt maßgeblich von der Intensität der Niederschläge ab. Je stärker die Niederschläge sind, desto weiter geht es mit der Schneefallgrenze runter. Leider sind aber die Wettermodelle sich über den genauen Ablauf sowie die Intensität der Niederschläge noch sehr uneins.

Es bestehen also noch Unsicherheiten?

Ja. Und das hat zur Folge, dass auch die Vorhersage der Schneefallgrenzen nicht ganz so einfach bzw. übersichtlich ist. Zumal sich am Freitag und Samstag zumindest zwischenzeitlich mal etwas mildere Luft bei uns einmischen dürfte.

Wie ist denn deine Prognose?

So wie es momentan aussieht, muss man sich in den Mittelgebirgslagen in der Nacht zum Mittwoch oberhalb von etwa 300 bis 500 Metern auf Glätte durch Schnee einstellen. Im Süden braucht die Kaltluft ja noch ein bisschen länger, um sich durchzusetzen. Deshalb sind hier die Flocken später erst ab gut 800 bis 1000 Metern unterwegs. Unterdessen kann es aber im übrigen Land auch in den tieferen Lagen schon mal erste Schneeregenschauer geben. Da der Himmel hinter der Front aber auch mal aufklaren wird, können die Temperaturen in den leichten Frostbereich abrutschen. Stellenweise droht damit gefrierende Nässe. Auch Reifglätte ist in den Aufklarungsgebieten nach wie vor möglich - besonders auf Brücken oder im Bereich von Waldlichtungen.

Wie geht es am Mittwoch tagsüber weiter?

Da bleibt es im Süden und Osten vielfach wolkig mit Regen oder Schnee. In der Mitte bewegt sich die Schneefallgrenze bei rund 400 Metern. Nach Süden hin ist der Schnee ab 700 Metern aufwärts wahrscheinlich. Allerdings ist auch dabei die Intensität der Niederschläge wieder entscheidend. Der Norden und der Westen kommen hingegen erst einmal trocken und zeitweise sonnig durch den Tag, bevor gegen Abend von Nordwesten ein neues Wolkenband mit einem auffrischenden Wind aufzieht.

(Foto: n-tv)

Klingt ungemütlich.

Zumal es damit dann am Donnerstagmorgen zwischen Rheinland-Pfalz und Friesland auch in den tiefen Lagen häufig zu Schneeregen oder Schnee kommen kann. Tagsüber steigt die Schneefallgrenze am Donnerstag wieder an und liegt dann bei circa 300 bis 700 Metern. Jedoch bestehen auch hier weiterhin massive Unterschiede zwischen den Wettermodellen. Auch größere Überraschungen sind somit nach wie vor möglich.

Bleibt es denn auch danach beim "Überraschungswetter?"

Aus heutiger Sicht: ja. Denn es dürfte sich aus Südosten die vorhin bereits erwähnte mildere Luft reinmogeln. Und damit wird die Schneefallgrenze zumindest in der Südosthälfte am Freitag und Samstag wieder gegen 1000 Meter ansteigen. Am Sonntag dreht dann der Wind aufs Neue und uns ereilt eine nordöstliche Strömung und mit den Temperaturen und der Schneefallgrenze geht es wieder drastisch runter.

Wie kalt wird es denn in den kommenden Tagen?

Am Mittwoch und Donnerstag erreichen die Tageshöchstwerte nur noch 0 bis 7 Grad.

Ein Trend, der bestehen bleiben wird?

Im Prinzip eben leider schon. Der Freitag bringt uns 0 bis 9 Grad. Am Samstag gibt’s 1 bis 8, am Sonntag wahrscheinlich nur noch minus 2 bis plus 6 Grad. Bei diesem Szenario bliebe es im Bergland so oberhalb von etwa 400 bis 500 Metern winterlich, darunter dominiert der Frühwinter.

Und die nächste Woche?

Ist angesichts der großen Unsicherheiten für den Rest dieser Woche zwar zeitlich noch sehr weit entfernt. Nach jetzigem Stand deutet aber vieles auf einen Fortbestand der eher kalten Temperaturen hin. Wenn es ungünstig läuft, dann bringt uns die kommende Woche sogar nur noch Tageshöchstwerte, die meistens zwischen minus 3 und plus 3 Grad liegen, und unter längerem Aufklaren in den Nächten verbreitet Tiefstwerte um minus 3 bis minus 10 Grad. Über Schnee sogar noch deutlich darunter. Kurzum: Selbst das Potenzial zu einer nachhaltigen Einwinterung ist auf jeden Fall vorhanden.

Quelle: n-tv.de

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