Tradition der Tuareg-Nomaden Afrikanische Klänge in der Wüste
Auf dem "Festival der Wüste" kommen nicht nur Stars der malischen und westafrikanischen Musikszene zusammen, sondern auch Stämme, um ihre Streitigkeiten beizulegen und neue Kontakte zu knüpfen.
Mit einem Konzert afrikanischer Musiker hat das "Festival der Wüste" in Timbuktu (Mali) begonnen. Die Organisatoren hatten im 10. Jahr des dreitägigen Festivals die Veranstaltung vom 60 Kilometer entfernten Essakane an den Rand von Timbuktu verlegt. Sie reagierten damit auf die Reisewarnungen mehrere westlicher Regierungen nach Drohungen der Maghreb-el Kaida, Anschläge auf Touristen im Norden Malis zu verüben. Im vergangenen Jahr waren bereits mehrere Urlauber entführt und ein Brite ermordet worden.
Das Festival, das 2001 zum ersten Mal organisiert wurde, geht auf eine Tradition der Tuareg-Nomaden zurück, die sich einmal im Jahr zu einem so genannten Takoubelt treffen. Auf diesem Treffen in der Region Timbuktu werden traditionelle Stammeszwiste verhandelt, aber auch Verbindungen zwischen den einzelnen Stämmen neu geknüpft. Auf dem Wüstenfestival treten neben Stars der malischen und westafrikanischen Musikszene wie Amadou & Mariam, Farka Toure, Salif Keita oder Vivane N'Dour auch zahlreiche Tuareg-Künstler auf einer Bühne in den Dünen der Sahara auf.