Abstieg: Armut und Arbeitslosigkeit sind in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen.
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Freitag, 09. September 2011
USA nach dem 11. September 2001: Der Verfall einer Supermacht
von Till Schwarze
Die Anschläge vom 11. September markieren den Beginn des Abstiegs der USA. Aber nicht der Terror riss das Land in den Abgrund, sondern eine Regierung, die sich in zwei Kriege stürzte und die Probleme an der Heimatfront vergaß. Zehn Jahre nach 9/11 haben die USA abgewirtschaftet.Der 11. September 2001 veränderte alles. Als die Türme des World Trade Center in sich zusammenstürzten und fast 3000 Menschen unter sich begruben, befanden sich die USA bereits in einer wirtschaftlichen und politischen Krise. Die Schlammschlacht um das Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Bill Clinton zwei Jahre zuvor hatte die Nation in zwei Lager geteilt, die umstrittenen Präsidentschaftswahlen 2000 vertieften diese Spaltung zwischen Demokraten und Konservativen noch: George W. Bush durfte trotz weniger Wählerstimmen als Al Gore ins Weiße Haus ziehen – dank mehr Wahlmännerstimmen und nach einem heftig umstrittenen Urteil des Supreme Court. Und auch wirtschaftlich lief es nach der geplatzten Dotcom-Blase nicht besonders gut, wenngleich Präsident Clinton noch einen fast ausgeglichenen Staatshaushalt hinterlassen hatte. Doch als islamistische Attentäter mit Flugzeugen angriffen, rückten alle diese Probleme in den Hintergrund.
Es begann, was die US-amerikanische "Time" im Rückblick als "Jahrzehnt aus der Hölle" beschrieb: 9/11, Krieg in Afghanistan, Dauerkonflikt mit dem radikalen Islam, Krieg im Irak, CIA-Geheimgefängnisse, Waterboarding, Abu Graib, Guantánamo, Hurrikan "Katrina", steigende Staatsverschuldung, ausblutende US-Industrie, Finanz- und Wirtschaftskrise. Zwar waren die Anschläge vom 11. September nicht die unmittelbare Ursache für all diese Probleme. Doch ohne die Terrorattacken wären wohl auch Hurrikan, Finanzkrise und Staatsverschuldung nicht ganz so verheerend in ihren Auswirkungen gewesen.
Bush wird Kriegspräsident
Verantwortlich dafür ist der Fokus der US-Politik, der sich unter Präsident Bush nachhaltig und mit verheerenden Folgen auf die Themen Nationale Sicherheit und Krieg verschob. Nach dem 11. September wollte sich die Regierung nicht mit eigenen Schwächen beschäftigen. Dem Weißen Haus und auch den meisten Amerikanern ging es darum, Stärke zu demonstrieren und eine in ihren Augen angemessene Antwort auf die Anschläge zu finden. Bush wurde zum Kriegspräsidenten: Krieg gegen den Terror, Krieg gegen Afghanistan, Krieg im Irak. Hinzu kam eine innenpolitische Sicherheitsdebatte, die hysterische Züge annahm, kritische Stimmen zu Verrätern brandmarkte und Muslime unter Generalverdacht stellte.
Die Bush-Administration verfiel in ein Freund-Feind-Denken und betrachtete die Welt vor allem nur noch unter Sicherheitsaspekten. Diese Verschiebung der politischen Agenda hatte weitreichende finanzielle, wirtschaftliche und moralische Folgen.
Verteidigungsausgaben verdoppelt
Nicht nur, dass sich die US-Regierung vor allem mit den Einsätzen in Afghanistan und dem Irak politisch befassen musste und damit weniger Zeit und Ressourcen für innenpolitische Reformen hatte. Finanziell führten die beiden Kriegseinsätze zu enormen Belastungen. Im Jahr 2000 betrugen die Verteidigungsausgaben noch knapp 300 Milliarden Dollar, bereits im Jahr 2007 hatten sie sich mehr als verdoppelt und betragen nach der Planung des Pentagon 2011 ganz 685 Milliarden Dollar. Das entspricht etwa 40 Prozent der weltweiten Militärausgaben. Neben den Kriegskosten kommen noch die steigenden Zahlungen für Renten und Pensionen, die Pflege von Kriegsveteranen sowie deren Hinterbliebenen hinzu.
Der Wirtschaftswissenschaftler Ryan Edwards legte eine Studie zur Berechnung der ökonomischen Folgen von 9/11 vor, nach der der Schuldenstand der USA gemessen am BIP ohne die Kriege heute um neun bis zehn Prozentpunkte niedriger liegen würde.
Straßen und Brücken verrotten
Während die Bush-Regierung den Verteidigungshaushalt immer weiter aufblähte, brachen in den USA Brücken zusammen und Schlaglöcher sprossen auf den Straßen. 2005 etwa wurde der Bedarf für die Instandsetzung von Straßen, Brücken und Dämmen laut "Time" auf 1,6 Billionen Dollar beziffert. Wenn Präsident Barack Obama also nun mit einem milliardenschweren Konjunkturpaket unter anderem die Infrastruktur ausbauen will, ist das mehr als überfällig.
Das US-Magazin rechnete 2009 zudem vor, dass das durchschnittliche Einkommen eines US-Haushalts von 52.500 Dollar im Jahr 2000 auf 50.303 Dollar 2008 gesunken sei. Dagegen stiegen Arbeitslosigkeit und Armut im selben Zeitraum deutlich an: Während 2001 die Arbeitslosenquote noch 4,7 Prozent betrug, lag sie 2010 bei 9,6 Prozent.
Schuld daran sind eine Mischung aus verschlafenen politischen Reformen, der Niedergang von wichtigen Unternehmen wie der Automobilbranche oder Konzernriesen wie Enron sowie der globale Wettbewerb, dem die Regierung zu wenig Beachtung geschenkt hatte. Als dann die gefeierten Kriegshelden aus Afghanistan und dem Irak zurück in die Heimat kamen, gab es keine Jobs mehr für sie. Rund eine Million Veteranen sollen derzeit in den USA arbeitslos sein.
"Katrina" offenbart Schwächen
Wie sehr die Probleme jenseits von Sicherheitsmaßnahmen vernachlässigt wurden, führte der Hurrikan "Katrina" 2005 gnadenlos vor Augen. Nicht nur, dass über Jahre vor den schlechten Sicherheitsmaßnahmen rund um New Orleans gewarnt worden war. Doch das Geld für den Heimatschutz wurde in Maßnahmen zur Terrorabwehr statt in Hochwasserschutz gesteckt. Selbst als die Katastrophe eintraf, zeigte sich Washington unfähig, angemessen zu reagieren. Die Folge: Mehr als 1500 Tote, etwa 100 Milliarden Dollar Schaden und eine Bevölkerung, die nicht länger an das Krisenmanagement ihrer Regierung glauben konnte.
Nachdem das Land so gnadenlos von Terroristen und Naturgewalten getroffen worden war, kam 2008 die Finanzkrise hinzu. Doch da hatte die Verschuldung bereits ein solches Ausmaß erreicht, dass nicht mehr genug Geld da war, um alle Feuer löschen zu können. Die USA hatten sich zu lange darauf verlassen, dass sie mit ihrem Konsum das gigantische Handelsdefizit und die wachsenden Schuldenberge irgendwie finanzieren können. Nicht umsonst erklärte Präsident Bush den Konsum zur patriotischen Pflicht. Doch die Formel funktionierte nicht mehr, den Menschen ging das Geld aus und die Sorge vor der Zukunft wuchs. Die Schere zwischen Arm und Reich öffnete sich immer weiter, nicht zuletzt durch Steuerentlastungen für die Besserverdienenden, die Bush zu Beginn seiner Amtszeit erlassen hatte.
"Wir waren einmal die strahlendste und optimistischste aller Nationen. Das ist vorbei", urteilte die "Time" 2009. All die Krisen und Probleme hatten neben ihren finanziellen auch psychologische Folgen, nagten am Selbstbewusstsein des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten. Ob Folterbilder aus Abu Graib oder Guantánamo, die Lüge von Massenvernichtungswaffen im Irak, verlassene Innenstädte in den USA, die Überschwemmungen durch "Katrina" oder der in Handschellen abgeführte Finanzspekulant Maddoff: Die Strahlkraft der USA verblasste.
Obama muss handeln
Nicht nur deshalb konnte Obama als Präsidentschaftskandidat mit seiner Botschaft der Hoffnung so viel Zustimmung erreichen. Er wollte das Land einen und vor allem auch moralischen Kredit wiedergewinnen. Letzteres ist ihm zwar in Ansätzen gelungen, doch die politische Spaltung des Landes blieb. Mit dem Aufkommen der radikalen Tea-Party-Bewegung haben sich die Spannungen sogar noch verschärft. Und der Präsident musste erkennen, dass die von Bill Clinton 1992 geprägte Aussage "it's the economy, stupid" nichts an Wahrheit verloren hat. Nach anfänglichen Versuchen moralischer Restauration muss er sich nun vor allem um Arbeitsplätze und die schwache Konjunktur kümmern.
Kommt der Schritt zu spät? Das müssen die USA jetzt beweisen. Der Aachener Politikwissenschaftler Christoph Schwarz bleibt optimistisch. Aus Anlass des zehnten Jahrestags der Anschläge vom 11. September schrieb er: "In jedem Jahrzehnt seit Ende des Zweiten Weltkriegs sind die USA als absteigende Macht bezeichnet worden. Keine der bisherigen Prognosen hat sich bewahrheitet."

Ich glaube, die Panik ist übertrieben. Wir werden sehen, dass sich die USA wieder berappeln werden und die Kurve kriegen. Dafür müssen sie allerdings ihre Wirtschaft reformieren und auch auf mehr Zukunftdtechnologien wie alternative Energien setzen.
Die USA werden sich berappeln, die Frage ist wie lange und wieviele Jahre es dauert, ein von so viel Hochmut geprägtes Land wieder produktiv aufzubauen; es gibt in der Geschichte dafür kein vergleichbares Modell. Den Amerikanern mangelt es nicht an Selbstbewusstsein oder an Körperstatue. Eine einfache Lösung kann es nicht geben.
einer der besten Artikel überhaupt, der jemals über den aktuellen Zustand der USA erschienen ist. Das entspricht der vollen schonungslosen Wahrheit.
Der Aachener Politikwissenschaftler Christoph Schwarz bleibt optimistisch. Aus Anlass des zehnten Jahrestags der Anschläge vom 11. September schrieb er: In jedem Jahrzehnt seit Ende des Zweiten Weltkriegs sind die USA als absteigende Macht bezeichnet worden. Keine der bisherigen Prognosen hat sich bewahrheitet. Recht hat er. Die Frage ist nur, warum hat Till Schwarze dann dieses Elaborat produziert?
Der Terror mit dem Namen Bin Laden hat, schlicht gesagt, alles erreicht was überhaupt erreichbar war. Er war und ist bis heute sehr erfolgreich,- viel erfolgreicher als alle seine Gegner. Jetzt langt es doch schon einen Koffer stehen zu lassen ... Aufregung, Sperrung, Sondereinsätze, etc. und damit Millionen Schäden sind die sofortige Folge. Das war schon kurze Zeit nach dem 11 Sept. klar, als die Welt in eine, für mich überhaupt nicht nachvollziehbare, Panik verfiel. Ich habe nie begriffen wieso z.B. die Aktien eines erfolgreichen, deutschen Unternehmens abstürzen, weil in Amerika zwei Häuser umfallen. Selbst wenn noch mehr Menschen dabei gestorben wären hat das Eine mit dem Anderen nichts zu tun. Fazit: Unser stärkster Gegner sind wir selbst mit unseren überaus dummen Reaktionen auf alles was uns nicht gefällt, - auch neben dem Terror. Da sich das nicht so schnell ändern wird, sehe ich überhaupt nicht, dass sich Amerika schnell wieder berappeln kann. Die Selbstdemontage hat aus meiner Sicht gerade erst begonnen.
Ich habe vor einigen Wochen den losen Kontakt mit ein paar amerikanischen Bekannten abgebrochen. Deren Verachtung für alles Nicht-Amerikanische, die undifferenzierte Weltsicht und der Alleinanspruch auf ein weltweit gültiges, amerikanisches Wertesystem sind - vorsichtig formuliert - global nicht kompatibel.
Ich befürchte die USA kaufen sich ihren Wohlstand schlicht auf Kosten der Welt zurück. Umweltschutz? Interessen anderer Staaten? Wenn es um den eigenen Kragen geht, beisst jedes Tier wahllos um sich und wenn es stärker ist gewinnt es. Die USA haben das bisher eindrucksvoll bei jeder Gefahr für ihre eigenen Interessen unter Beweis gestellt. Ich bezweifle, ob Europa die Kurve bekommt, bevor Ressourcen wie Öl zur Neige gehen. Bei den USA bin ich mir sicher, dass sie es nicht schaffen werden. Und nun stelle man sich kurz vor: In 10 Jahren wird die Ölproduktion signifikant gefallen sein oder zumindest nicht gestiegen sein. Wie kommt ein Staat damit klar, der aktuell 20-25 der weltweiten Förderung verpulvert und dem grade das Geld ausgeht? Die Jahre der Wahrheit kommen erst noch. Vielleicht ist es gut, dass die USA soviel ihrer einstigen Macht verspielt haben.
Die Auslandserfahrungen des durchschnittlichen Amerikaners beschränkt sich auf Aufenthalte in den Ländern wo man gerade Krieg führte, und auf den Erzählungen der dort von GIs geheirateten Mädchen. Auch Palin und Bush hatten/haben ja gravierende Bildungslücken, wenn es um ausländische Belange geht. Die bornierte Theaparty-Bewegung wird das Land bis an den Rand des Zusammenbruchs führen, nur um den ungeliebten Schwarzen los zu werden. Dennoch: Amerika ist, wenn es motiviert werden kann, eine der stärksten Wirtschaftsimperien der Welt und wird es auch noch lange bleiben. Obama kann es schaffen, aber die politischen Bedingungen in Europa und die Misere in Afghanistan werden es ihm extrem schwer machen. Nach wie vor gilt: Die Politik ist zu dumm,zu schwach und zu kurzsichtig um Krisen wirksam zu bekämpfen. Mir wird bange, weil ich mich z.Zt. noch auf Westerwelle und Kollegen verlassen muss...
Wirklich schade... So einen peinlichen Artikel hätte sich n-tv wirklich sparen können. Populistisch, arrogant, besserwisserisch, neidisch, typisch deutsch eben leider!
Die Lage in der USA ist ernst,aber als Verfall zu bezeichnen finde ich ein wenig übertrieben.
Gut, dass wir uns damals als wir unter Onkel Adolf noch eine Weltmacht waren so viel besser angestellt haben. Wir würden unser Geld ja nie in Krieg und Rüstung stecken... Nein! Ein bischen Demut aufgrund unserer Vergangenheit würde dem Autor und Artikel gut tun.
Ich bin Amerikaner und wohne in Deutschland seit Mitte 2000. Ich habe immer noch Familie, Freunde und viel Kontakt zu den USA. Ich finde den Artikel sehr realistisch geschrieben. Ich kann nur den Kopf schütteln, wenn ich höre und sehe, wie es alles zu Hause läuft. Echt traurig.
gähn ... in den 90er Jahren waren die Japaner die angeblichen Herren der Zukunft, ooops war leider nix. Heute werden die Chinesen zu den Herren der Zukunft ernannt. Freiheit, Spirit, Kreativität sind noch immer Determinanten der Zukunft. Keiner ist hier besser als die USA. Der wievielte Möchtegern-Abgesang von den Möchtegern-Großmacht-Europäern soll das sein? Die USA werden auch diese Kriese überstehen und Nr. 1 bleiben. Das ist mir jedenfalls lieber als wenns die Chinesen würden ;
Der Artikel ist zwar schonungslos und hat in vielem Recht, aber auch sehr einseitig und interpretiert vieles mit dem Ziel, einen Abstieg vom 11. September bis heute zu konstruieren. Die Finanzkrise hat aber damit gar nichts zu tun und Europa sieht mit seinen Schulden ähnlich bankrott aus. Die Verschuldung der USA hat schon vor dem 11. September begonnen. Moralische Abwirtschaftung kann man auf der einen Seite diagnostizieren, was ist aber auf der anderen Seite mit der Wahl des ersten schwarzen Präsidenten als eine von mehreren positiven Entwicklungen? Wenn ein Kommentator schreibt, die Auslandserfahrungen des durchschnittlichen Amerikaners beschränkt sich auf Aufenthalte in den Ländern wo man gerade Krieg führteÄ, reflektiert das die Grundhaltung des Artikels: man äußert sich basierend auf einer Fixierung auf wenige Bereiche der US-Kultur und mit dem Anspruch das Deutsche die USA besser kennen als Amerikaner die Welt.
Der Autor macht seinem Namen alle Ehre und trifft mit diesem Artikel ins Schwarze. Die Reaktionen der in ihrer Ehre verletzten Supermacht USA auf 9/11 waren ein schwerer Fehler. Der Krieg gegen den Terror hat diesen eher noch verstärkt. Daran ändern auch die jüngsten Erfolge bei der gezielten Tötung von führenden Terroristen nichts. Leider scheint die ebenso finanzstarke wie einflussreiche Rechte in den USA das immer noch nicht verstanden zu haben. Dabei widerspricht sie sich selbst, wenn sie einerseits weniger Staat und andererseits größere militärische Stärke fordert. Doch auch Präsident Obama hat zuletzt die falschen Schlüsse gezogen und den Republikanern gegenüber Zugeständnisse gemacht, anstatt die Interessen derjenigen zu vertreten, die ihn für eine andere Politik gewählt haben und die letztlich auch die Stimmenmehrheit im Lande besitzen.
warum ist dieser artikel populistisch? dass die usa mit ihren kriegen den grossteil ihres staatshaushaltes ausgeben ist ein fakt, dass unter bush die wirtschaftspolitik komplett vergessen worden ist, nimmt man den aufschwung der ruestungsunternehmen und -dienstleister aus, ist auch ein fakt. fast 10 arbeitslose: fakt! was aber vor allem das schlimmste ist, das die kompromissbereitschaft in den politischen lagern vor allem durch die tea party gestoerten zu vielen themen komplett abhanden gekommen ist und die aktuelle gewaltenteilung ein regieren fast unmoeglich macht. das eine kultur des sozialen ausgleichs, wie zum beispiel in deutschland, in den usa nicht vorhanden ist muss ja nix schlimmes sein, jedoch ist ein kompletter verzicht darauf verheerend, in einem land in dem die schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander geht, die armen immer mehr belastet werden und die reichen gar nichts beitragen sollen. spitzensteuersatz 1960: 90, 1980: 70 und zurzeit: 35!!!!! also wo und wann soll die wende kommen in dem land das noch die weltwirtschaftlichen takt angibt, selber aber kaum noch tickt?
offenbar mangelt es den meisten hier an grundlegender ökonomischer bildung, denn wie sollen sich denn die usa berappeln, wenn das wirtschaftswachstum aktuell sogar wieder unter 1 liegt, die staatsverschuldung in kürze 15 BILLIONEN USD erreichen wird, das haushaltsdefizit bei 1,5 bio. und das aussenhandelsdefiziot bei 1 bio. liegt. dazu kommt das ein ausgeglichener hasuhalt nicht vor 2022 pronostiziert wurde. das war vor 1 jahr, aber auch das wurde wegen der sich aktuell erneut weiter eintrübenden wirtschaftslage wieder einkassiert. schon heute zahlen die usa alleine über 400 milliarden p.a. nur an zinsen. bleibt das verschuldungstempo atuell erhalten, dann zahlen die usa bereits im jahr 2025 50 des gesamthaushalts nur an zinsen, bedeutet staatsbankrott. vergleich, bei uns sind es aktuell nur 11.
Ich bin nicht mehr der Jüngste, habe also schon sehr viel Krisen miterlebt. Und ich habe auch schon sehr viele Journalisten gehört, die den USA das Ende prophezeit haben. Aber die Prophezeiungen wollten und wollten einfach nicht wahr werden, immer und immer wieder hat sich die totgesagte USA berappelt!! Und das werden wir auch heutzutage erleben. Die US-Unternehmen sitzen auf satten 2 Bio. US-Dollar, das sind immerhin 20 Prozent des größten BIP dieser Erde, des US-BIP. Ich höre immer wieder, das US-BIP sei zu 70 Prozent vom Konsum abhängig, mag sein. Aber kein Mensch redet von Investitionen! Ein Obama, der hierzulande oftmals hochgelobt wird, schüttet ca. 400 Mrd. Dollar für eine Millionen Arbeitsplätze in den Markt. Obwohl es einfach nachzuvollziehen ist, dass Konjunkturpakete, wenn überhaupt, nur temporär etwas bewirken können. Sollte dieser Obama sich nicht um 180 Grad drehen, sich weiterhin nicht der Wirtschaft und auch den Banken hingeben, wird er keine Erfolge am Arbeitsmarkt bzw. in der gesamten US-Konjunktur erreichen. Die Wirtschaft verschließt sich gegenüber Washington, das ist nicht gesund. Und moralisch richtig oder falsch, sich in solch einer Phase auch noch massiv gegen die Banken zu stellen, autsch! Spätestens, wenn wir in den USA einen Präsidenten-Wechsel erleben, wird es mit den USA WIEDER bergauf gehen.
Zitat: In 10 Jahren wird die Ölproduktion signifikant gefallen sein oder zumindest nicht gestiegen sein. Wie kommt ein Staat damit klar, der aktuell 20-25 der weltweiten Förderung verpulvert und dem grade das Geld ausgeht? Das wird nicht so kommen. Es ist genug Öl da und das Gespenst der Ölknappheit wurde schon 1973 also vor knapp 40 Jahren an die Wand gemalt.
@ElGringo Die USA haben momentan Staatsschulden von ca. 14 Bio US-Dollar. Auf der anderen Seite liegt aber immer noch ein BIP von 14,5 Bio US-Dollar. Das entspricht ungefähr der Staatsverschuldung -sowie auch den Zinszahlungen- Europas, ungefähr. Und auch die Verschuldung des privaten Haushalts ist nicht grade berauschend, alles richtig. Die Kaufkraftparität der US-Verbraucher liegt heute aber nicht niedriger als in den 80er Jahren! Und alleine die Tatsache, dass Gold und Öl etc. am US-Dollar gebunden ist, macht deutlich, dass eine Staatspleite noch sehr lange auf sich warten lassen wird. Zum Vergleich: Seit 1800 war Deutschland satte acht Mal bankrott, Griechenland, Frankreich, Italien und andere europäische Länder ebenso. Den letzten Staatsbankrott haben wir Deutschen 1948 erlebt. Und die USA? Die waren noch nie!! zahlungsunfähig, also noch nie insolvent. Und selbst wenn er kommen sollte, der US-Staatsbankrott, sind Sie der Meinung, dass sich die Realwirtschaft nicht mehr fangen wird?! Bei Ihrem selbsterklärten ökonomischen Verständnis sollten Sie doch wissen, dass es auch schon Zeiten gab, in denen es als normal galt, einen Staat alle 100 Jahre mal in eine geordnete Staatspleite zu führen, das gebührt unserem Finanzsystem. Sicherlich sind die Probleme der USA nicht von der Hand zu weisen. Aber diese Form von Schwarzmalerei hilft nicht weiter, im Gegenteil. Die USA haben weiterhin den enormen, vielleicht sogar den entscheidenden Vorteil, zu Europa, dass nicht so viele unterschiedliche Volkswirtschaften unter einem Währungs-Hut sitzen. Das bringt die EZB in eine äußerst brisante Lage. Senkt sie die Zinsen, haben die starken Nationen wie Deutschland, Niederlande und Österreich mit der Geldwertstabilität, sprich Inflation, zu kämpfen. Auf der anderen Seite würde es den Südländern helfen, aus der Rezession zu entkommen! Erhöht sie die Zinsen, ist die Geldwertstabilität, übrigens die einzige Aufgabe der EZB, in den starken Ländern zwar sichergestellt. Aber den Südländern geht es dann richtig an den Kragen, Stichwort Devisen-Kurs, Export, Produktion, Arbeitsmarkt. Die FED hingegen kämpft entweder mit Inflation oder mit Deflation bzw. Rezession, und dies, unter einer Volkswirtschaft. Und die vielen unterschiedlichen Regierungen, von sozialistischen Regierungsparteien Griechenlands, Portugals und Spaniens, bis konservativ-liberale Regierungen Deutschlands bzw. den Niederlanden, macht es für Europa nicht einfacher. Kurzum, als kleine Ergänzung zu meinem vorherigen Kommentar: Sobald die Wirtschaft weiß, woran sie in der Politik ist, sobald Obama nicht mehr gegen die Wirtschaft kämpft, wird das Kapital losgelassen und auch wieder Wachstum generieren, davon bin ich überzeugt! Für Europa male ich ein düsteres Bild, zumindest ökonomisch und zumindest für die Südländer. Der relativ starke Euro zum US-Dollar wird dabei keine Unterstützung sein. Entweder wieder eigene Währung, mit allen Folgen, ggf. sogar Zusammenbruch des Euro mit einer Einführung der alten DM für D., was wiederum unseren Unternehmen nicht helfen dürfte. Oder aber weiter in der Rezession dümpeln, zumindest, wie gesagt, die PIIGS.