Politik

Alles ganz anders: Die vielen 9/11-Lügen

von Hubertus Volmer

Wer der offiziellen Version der US-Regierung über die Anschläge vom 11. September folgt, wird von Leuten, die der "Wahrheit" verpflichtet sind, als leichtgläubiger Trottel bezeichnet. Klar, Verschwörungstheorien sind viel aufregender. Aber sind sie auch plausibel? Ein Überblick, von "23" bis zu der Frage, ob man aus Flugzeugen telefonieren kann.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 dauerte es nur Stunden, bis Verschwörungstheorien kursierten. Eine der ersten war gleich die dümmste: Die Quersumme des Datums 11.09.2001 ergebe 23, in der Popkultur ein Symbol der "Illuminaten". (Tatsächlich ist die Quersumme von 11, 9 und 2001 natürlich 14. Aber das ist ja nicht einmal eine Primzahl.)

Auch zum Jahrestag der Anschläge haben Verschwörungstheorien wieder Hochkonjunktur. Ein Radiofeature mit dem Titel "Die Terrorlüge wird 10 Jahre alt!" wärmt eine ganze Reihe angeblicher Wahrheiten um den 11. September auf. Unter anderem diese: "Es fanden an diesem 11. September 2001 sage und schreibe sieben militärische Großmanöver über den USA statt, die unter anderem als Übungsziel annahmen, dass das World Trade Center durch zwei entführte Passagiermaschinen angegriffen würde."

Was ist dran an den Verschwörungstheorien? Im Folgenden stellen wir ein paar Klassiker vor. Eines fällt gleich auf: Es gibt sehr unterschiedliche Arten von Verschwörungstheorien. Einige - wie das Zahlenspiel um den 11.09.2001 - sind offensichtlich erlogen, andere haben einen antisemitischen oder antiamerikanischen Hintergrund. Wieder andere ziehen grundsätzlich alles in Zweifel, was Regierungen und "Mainstream-Medien" verbreiten. Oft ist es leicht, Verschwörungstheorien zu entlarven, mitunter sind die Erklärungen von Experten für Laien jedoch schwer nachzuvollziehen. In solchen Fällen lohnt es, nach der Plausibilität zu fragen. Wer den USA grundsätzlich alles zutraut, sollte sich beispielsweise fragen, was der Sinn eines inszenierten Massenmordes wäre. Den Irak anzugreifen? Das ist unter Begründungen geschehen, die an den Haaren herbeigezogen waren. Was zeigt, dass Verschwörungstheorien gelegentlich durchaus ihre Berechtigung haben. Nur plausibel sollten sie schon sein.

Ergibt die Flugnummer "Q33 NY" einen Hinweis auf die Anschläge?

Sieht dramatisch aus - ist aber ein Hoax.
Sieht dramatisch aus - ist aber ein Hoax.

Lässt man diese Reihen von Buchstaben und Zahlen auf seinem Rechner in der Schriftart Wingdings anzeigen, sieht man ein Flugzeug, zwei Blätter Papier (die auch als Hochhäuser gedeutet werden können), einen Totenkopf und einen Davidstern. Hinweise auf diese Flugnummer kursierten schon wenige Tage nach den Anschlägen vom 11. September 2001 im Internet und per E-Mail. Der einzige Haken: Es gab überhaupt keinen Flug mit dieser Nummer. Die Verschwörungstheorie ist nur ein Hoax - wie die Bilder von Touristen auf dem Nordturm des World Trade Centers.

Warum hat kein Geheimdienst von der Planung der Anschläge erfahren?

"Trotz aller Hinweise und Warnungen und sogar eigener Planspiele zu Terroranschlägen mit Flugzeugen auf Hochhäuser traf der 11. September 2001 die USA angeblich vollkommen unvorbereitet", schreibt die Tageszeitung "Junge Welt" im Januar 2010, der antiamerikanische Positionen auch sonst nicht fremd sind. Nur: Was heißt "angeblich unvorbereitet"? An Hinweisen hat es nicht gefehlt, das Versagen der Geheimdienste ist von Untersuchungsberichten des US-Kongresses und einer weiteren, von Präsident George W. Bush 2002 eingesetzten Kommission ausführlich dokumentiert. "Die Anschläge vom 11. September waren ein Schock, aber sie hätten keine Überraschung sein sollen", heißt es in einer Zusammenfassung der 9/11-Kommission des Präsidenten (hier der gesamte Bericht). Im Frühling und Sommer 2001 hätten die US-Geheimdienste eine Vielzahl von Warnungen erhalten, dass ein großer Anschlag bevorstehe. Allerdings wurde er im Ausland erwartet, nicht in den USA selbst. Mit Blick auf die Politik zieht der Bericht eine nüchterne Bilanz: Bis zum 11. September 2001 sei Terrorismus nicht das vorrangige Thema der nationalen Sicherheit der Regierungen Clinton und Bush gewesen.

Warum war die Welt so schnell live dabei?

CNN sendete erste Live-Bilder.
CNN sendete erste Live-Bilder.

Um 8.46 Uhr Ortszeit - 14.46 MESZ - rast das erste Flugzeug in den Nordturm, schon drei Minuten später unterbricht CNN seine Werbung und zeigt die ersten Live-Bilder. Weltweit übernehmen Sender diese Bilder, auch n-tv ist live dabei. Diese Bilder kommen von Kameras, die auf Gebäuden in New York installiert sind, um Hintergründe für Reporter und Gesprächspartner zu liefern. Als das zweite Flugzeug in den Südturm rast, hat CNN bereits Bilder aus einem Hubschrauber, der für einen lokaler Partnersender unterwegs war. Der CNN-Moderator bekommt zunächst nur die Explosion mit. Erst eine Minute später sagt er, es gebe Hinweise, dass "vielleicht" ein zweites Flugzeug beteiligt sei - doch er wolle an dieser Stelle nicht spekulieren.

Wie konnte der Pass eines der Terroristen die Explosion überstehen?

Satam al-Suqami
Satam al-Suqami(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die Webseite 911myths.com stellt zunächst die Gegenfrage: Warum hätten die US-Behörden den Pass in der Nähe des Tatorts platzieren sollen? Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Verschwörung ist einfach nicht plausibler als die Wahrscheinlichkeit, dass der Pass von Satam al-Suqami, der vermutlich im Flug AA 11 saß, die Explosion überstanden hat. Zumal der Pass keineswegs das einzige Objekt aus Pappe und Papier war, das die Katastrophe überstand. Auf der Straße vor dem World Trade Center fand ein Broker etwa einen Zettel mit Informationen über die Flugroute eines Verkehrsflugzeugs. Klingt unwahrscheinlich? Wie ist es damit: Ein paar Würmer, mit denen im All Experimente gemacht worden waren, überlebten den Absturz der Raumfähre Columbia am 1. Februar 2003, bei dem die gesamte Besatzung ums Leben kam.

Warum stürzten die Türme ein?

Beide Türme stürzten ein.
Beide Türme stürzten ein.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Als die Türme des World Trade Center gebaut wurden, waren sie durchaus darauf ausgelegt, dem Einschlag einer Passagiermaschine standzuhalten. Das jedoch war in den 1970er Jahren, der Maßstab war eine Boeing 707, nicht die später entwickelte 767. Schon kurz nach dem Zusammenbruch der Türme sagten Experten, dass kein Material den hohen Temperaturen standgehalten hätte. Viele Leben hätten gerettet werden können, weil die Türme so lange standhielten, zitierte die BBC einen Wissenschaftler. Die Rede war von 800 Grad Celsius. Die Frage war nur: Können diese Temperaturen Stahl zum Schmelzen bringen? Denn der Schmelzpunkt von Stahl liegt je nach Legierungsanteilen bei bis zu 1500 Grad. Das National Institute of Standards und Technology (NIST) wies in einer Untersuchung jedoch darauf hin, dass der Stahl vermutlich gar nicht geschmolzen ist, sondern durch die hohen Temperaturen schlicht an Tragfähigkeit verloren hat.

Warum stürzte der Nordturm, der zuerst getroffen worden war, nicht auch als erster ein?

Der Nordturm wurde weiter oben getroffen, zwischen dem 93. und dem 99. Stock. Beim Südturm lag der Einschlag zwischen dem 77. und dem 85. Stockwerk. Zudem raste das United-Airlines-Flugzeug mit 510 Knoten (944 km/h) in den südlichen Turm. Die American-Airlines-Maschine flog mit 430 Knoten (796 km/h) deutlich langsamer und zerstörte den Nordturm daher nicht so stark.

Trümmer von WTC 7.
Trümmer von WTC 7.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Warum stürzte Gebäude Nummer 7 ein?

Die Behörden äußerten sich lange nicht zu den Gründen für den Einsturz von Gebäude 7 des World Trade Center, im 9/11-Bericht wird es nicht erwähnt, ein Bericht des NIST wurde immer wieder verschoben. Schließlich veröffentlichte das Institut im November 2008 seine Studie zu Gebäude 7 - die Verschwörungstheoretiker waren nun nicht mehr zu überzeugen. Sie gehen davon aus, dass das 47 Stockwerke hohe Gebäude gesprengt wurde (was ja auch von den Zwillingstürmen, den Gebäuden 1 und 2, behauptet wird). Klar ist, dass Gebäude 7 beim Einsturz des Nordturms schwer beschädigt wurde. Das NIST geht davon aus, dass das Gebäude hätte gerettet werden können, wenn der Wasserdruck der Sprinkleranlage höher gewesen wäre. Auch die Arbeit der Feuerwehrleute wurde dadurch behindert. Achteinhalb Stunden nach Beginn der Anschläge brach World Trade Center 7 in sich zusammen. Gebäude 3, das zwischen dem Nord- und dem Südturm lag, war bereits beim Einsturz der Zwillingstürme zerstört worden. Die Gebäude 4, 5 und 6 wurden später abgerissen.

Warum reagierte die Luftwaffe nicht?

Diese Theorie geht davon aus, dass die Nordamerikanische Luft- und Weltraum-Verteidigungskommando NORAD die Anschläge hätte verhindern können, sie aber bewusst geschehen ließ. Dies überschätzt jedoch die Überwachungskapazitäten des amerikanisch-kanadischen Kommandos. Die Autoren Anthony Summers und Robbyn Swan schreiben in ihrem Buch "The Eleventh Day", die US-Luftfahrtbehörde FAA habe NORAD erst sehr spät informiert. Auf den entführten Flug 175 machte die FAA das Militär demnach etwa zur selben Zeit aufmerksam, zu der die Maschine in den Südturm des World Trade Center raste. Im 9/11-Bericht heißt es: "Die Verteidigung des US-Luftraums wurde am 11. September (...) von Zivilisten improvisiert, die noch nie mit einem entführten Flugzeug zu tun hatten, das dabei war zu verschwinden, und von Soldaten, die nicht darauf vorbereitet waren, dass aus Zivilflugzeugen Massenvernichtungswaffen gemacht werden."

Fanden die eingangs erwähnten sieben Großmanöver tatsächlich statt?

Luftwaffengeneral Larry Arnold sagte vor der 9/11-Kommission Folgendes: Zu dieser Zeit sei NORAD mitten in einer Übung, praktisch die gesamte Belegschaft sei daher beschäftigt gewesen. Er sei gerade aus einer Video-Telefonkonferenz gekommen, als ihm ein Zettel gegeben worden sei, auf dem stand, dass es möglicherweise eine Flugzeugentführung gegeben habe. Der zuständige Colonel bitte um sofortigen Rückruf. Arnold sagt, er sei sofort zum Telefon gegangen und habe auf dem Weg dorthin noch seine Leute gefragt "Gehört dies zu der Übung?" Weiter sagte er aus: "Denn, um ehrlich zu sein, wir machen diese Entführungsszenarios in diesen Übungen von Zeit zu Zeit. Ich verstand aber, dass es keine Übung war. Das war das echte Leben."

Überraschenderweise ist dieses Zitat als Beleg dafür verwendet worden, dass am 11. September 2001 ein Manöver in den USA stattfand, bei dem die Entführung von Flugzeugen simuliert worden sei. Die Zahl der Großmanöver variiert übrigens von Verschwörungstheorie zu Verschwörungstheorie: Diese hier listet 46 Manöver auf. Das Argument dahinter lautet: Das kann doch kein Zufall sein. Tatsächlich fanden die meisten dieser Manöver jedoch entweder nicht am 11. September oder aber überhaupt nicht statt - oder sie hatten keinen Bezug zu NORAD, der amerikanisch-kanadischen Luftabwehr.

Zerstörte Gebäudeteile des Pentagons.
Zerstörte Gebäudeteile des Pentagons.(Foto: AP)

Stimmt es, dass die Black Boxes der New Yorker Flugzeuge verschwanden?

Hier steht Aussage gegen Aussage. Laut 9/11-Kommission wurden die Flugdatenschreiber der beiden Maschinen, die ins World Trade Center rasten, nie gefunden. Dem widersprach der Feuerwehrmann Nicholas DeMasi: Er behauptet, zusammen mit FBI-Agenten drei der insgesamt vier Flugschreiber der beiden Maschinen gefunden zu haben - übrigens alle an ein und demselben Tag. Die Black Boxes der anderen beiden Flugzeuge wurden gefunden. Der Flugschreiber der Maschine, die ins Pentagon raste, soll zu stark beschädigt gewesen sein, um noch Daten zu liefern. Eine 30-minütige Aufnahme des Flugschreibers der vierten Maschine, die bei Pittsburgh abstürzte, wurde im April 2002 den Angehörigen der Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgespielt. Vier Jahre später wurde die Aufnahme auch im Verfahren gegen Zacarias Moussaooui verwendet und als Transkription veröffentlicht.

Was ist an der Geschichte dran, dass 4000 Israelis am 11. September 2001 nicht zur Arbeit im World Trade Center erschienen?

Spätestens seit den "Protokollen der Weisen von Zion" sind Verschwörungstheorien auf das Engste verwandt mit dem Antisemitismus. Da machen die Verschwörungstheorien um den 11. September keine Ausnahme. Die Zahl 4000 bezieht sich offenbar auf eine Meldung der "Jerusalem Post" vom 12. September 2001, nach der das israelische Außenministerium eine Liste von 4000 Personen erstellt hatte, die zur Zeit der Anschläge möglicherweise im oder in der Nähe vom World Trade Center oder Pentagon waren und nun von ihren Angehörigen nicht erreicht werden konnten. Am Ende waren es "nur" 5 Tote aus Israel. Die Diskrepanz bietet also Raum für die Unterstellung, die Israelis seien "vorgewarnt" gewesen. Dass dies Unsinn ist, zeigt ein Vergleich zu den deutschen Opferzahlen. Das Auswärtige Amt in Berlin hatte nach den Anschlägen 15.000 bis 20.000 Anfragen besorgter Bürger. Tatsächlich starben 11 Deutsche bei den Anschlägen. Natürlich kam niemand auf die Idee zu behaupten, Deutsche hätten im Vorfeld von den Anschlägen gewusst.

Sagte Israels Ministerpräsident Ariel Scharon im September eine Reise nach New York ab?

Die Unterstellung lautet auch hier, dass Israel hinter den Anschlägen steckte. Doch auch diese Behauptung ist eine Lüge. Scharon sollte ursprünglich an einer Veranstaltung am 4. Juni 2001 in New York teilnehmen. Da er an diesem Termin nicht konnte, wurde das Ganze auf den 23. September verschoben - und nach den Anschlägen schließlich abgesagt.

Einschlag der Maschine ins Pentagon.
Einschlag der Maschine ins Pentagon.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Warum ist das Loch im Pentagon so klein?

Einige Verschwörungstheorien besagen, dass das Pentagon nicht von einem Passagierflugzeug, sondern von einer Rakete getroffen wurde. Wenn man einmal davon absieht, dass im Pentagon nicht nur die Black Box des Flugzeugs, sondern auch die DNA von Passagieren gefunden wurde, so gibt es zwei Gründe für diese Annahme: Erstens gibt es keine Bilder vom Einschlag des Flugzeugs. Zweitens legt der entstandene Schaden diese Vermutung tatsächlich nahe - das Loch im Pentagon ist kleiner als eine Boeing 757 groß ist. Die Annahme, ein Flugzeug hinterlasse in einem Gebäude ein Loch in der Größe der eigenen Umrisse sei allerdings falsch, sagt Mete Sozen, ein Professor für Bauingenieurswesen. Ein Flügel des Flugzeugs sei beim Aufprall abgerissen worden. Der Rest des Flugzeugs sei in einem Zustand in das Gebäude geglitten, der "näher an einer Flüssigkeit" gewesen sei als an einem festen Körper.

(Foto: AP)

Wo blieb Flug UA 93?

United Airlines Flug 93 war das vierte Flugzeug. Es zerschellte auf freiem Feld in der Nähe von Shanksville im US-Bundesstaat Pennsylvania. Die Passagiere dieses Fluges wurden nach den Anschlägen zu Helden stilisiert, da sie die Entführer angriffen und so zumindest indirekt dafür sorgten, dass das Flugzeug 20 Meilen vor Washington abstürzte. Dagegen geht eine Verschwörungstheorie davon aus, dass US-Abfangjäger die Maschine abschossen. Laut 9/11-Bericht wurde NORAD allerdings erst über das Verschwinden dieses Flugs informiert, als die Maschine schon am Boden war.

Andere Verschwörungstheoretiker weisen darauf hin, dass an der Absturzstelle größere Trümmer fehlten. Das stimmt. Allerdings war der Absturz von Flug 93 kein gewöhnliches Flugzeugunglück (das in der Regel nach dem Start oder bei der Landung passiert, also aus geringerer Höhe). Einem Bericht der US-Flugsicherheitsbehörde zufolge schlug die Boeing 757-222 mit einer Geschwindigkeit von rund 900 km/h in einem 40-Grad-Winkel auf den Boden auf. Bei diesem Aufprall wurde die Maschine in kleine Teile zerfetzt.

Interessant ist folgende Fußnote: Eine Frau, die das einzige Bild des Absturzes aufgenommen hat, beklagte sich, jedes Mal, wenn über ihr Foto berichtet werde, erhalte sie belästigende Anrufe von Verschwörungstheoretikern, die ihr vorwerfen, das Bild im Auftrag der Regierung gefälscht zu haben. Vor Kurzem tauchte übrigens ein Video auf, das aus ein paar Kilometer Entfernung aufgenommen wurde, allerdings nur noch Rauch über der Absturzstelle zeigt.

Warum konnten die Passagiere an Bord der entführten Flugzeuge telefonieren?

Die meisten Anrufe wurden aus Flug 93 abgesetzt. Die Passagiere erfuhren so von den Anschlägen auf das World Trade Center und konnten eine Vorstellung entwickeln, was mit ihnen geschehen sollte. Aber auch aus den anderen drei Flugzeugen wurde telefoniert. Sprecherinnen der Telefongesellschaften AT&T und Verizon Wireless stellten klar, dass es keineswegs unmöglich ist, aus Flugzeugen zu telefonieren. Allerdings ist die Qualität der Verbindung dann schlecht - was möglicherweise ein Grund dafür ist, warum keines der Gespräche länger dauerte als 60 Sekunden. Ein Vorteil sei gewesen, so die Verizon-Sprecherin, dass alle Flugzeuge sich in Gegenden mit vielen Funkzellen befunden hätten. Selbst Flug 93 - der am weitesten von einer Stadt entfernt war - sei noch von mehreren Funkzellen unterstützt worden. Zudem wurden einige der Telefonate gar nicht mit privaten Mobiltelefonen geführt, sondern mit sogenannten Airphones - das sind Telefone, die fest im Flugzeug installiert sind.

Warum haben die USA anderthalb Jahre nach 9/11 den Irak angegriffen?

Video

Offiziell begründeten die USA den Krieg gegen den Irak damit, dass das Land den internationalen Terrorismus fördere, in die Anschläge vom 11. September verwickelt sei und verbotenerweise Massenvernichtungswaffen horte. Nichts davon stimmte. Eines zeigt die Begründung für den Irak-Krieg: Zwar sind Verschwörungstheorien meist vorsätzlich konstruiert, um bestimmte Länder oder Regierungen gezielt zu diskreditieren, um besonders schlau zu erscheinen oder auch Bücher zu verkaufen. Und doch wäre es grundfalsch, daraus den Schluss zu ziehen, dass Regierungen immer die Wahrheit sagen.

Quelle: n-tv.de