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15 Menschen von dem verunglückten Boot wurden gerettet.
15 Menschen von dem verunglückten Boot wurden gerettet.(Foto: AP)

Nato-Einsatz bekommt grünes Licht: 18 Flüchtlinge ertrinken in der Ägäis

Der Nato-Einsatz in der Ägäis beginnt. Das deutsche Führungsschiff "Bonn" bringt sich in Position, um Flüchtlingsboote an die Türkei zu melden. Gleichzeitig kommt es jedoch zu einem Unglück. Bessere Nachrichten kommen aus Griechenland.

Einen Tag vor dem EU-Gipfel zur Flüchtlingskrise sind mindestens 18 Migranten bei einem Bootsunglück in der türkischen Ägäis ertrunken. Die Küstenwache habe 15 weitere Menschen vor der Küste des westtürkischen Bezirks Didim gerettet, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Zur ihrer Nationalität machte Anadolu keine Angaben.

Derweil retteten die griechische Küstenwache und die Besatzungen der Patrouillenboote der europäischen Grenzschutzagentur Frontex binnen 24 Stunden mehr als 400 Migranten in der Ägäis. Sie kamen aus der Türkei und wurden zwischen den Inseln Lesbos, Inousses, Agathonisi sowie Chios und der türkischen Küste gerettet, teilte die griechische Küstenwache mit.

Die Boote waren gekentert oder kurz davor zu kentern, sagte ein Offizier der Küstenwache. Hunderten anderen Migranten sei es aus eigener Kraft gelungen, Griechenland in Schlauch- und kleinen Holzbooten zu erreichen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) sind in diesem Jahr bis zum 3. März bereits 128.735 Migranten aus der Türkei nach Griechenland gekommen.

Trotz der Zusage der Türkei, Flüchtlinge an der Überfahrt nach Griechenland zu hindern, versuchen immer wieder Menschen per Boot in die EU zu gelangen. Zu einem Nato-Einsatz, der die Schlepperkriminalität in der Ägäis bekämpfen soll, wurden derweil letzte Details geklärt. Dabei ging es unter anderem darum, das genaue Seegebiet festzulegen, in dem die Schiffe operieren. Die Abstimmungen mit Griechenland und der Türkei zum Operationsgebiet seien jetzt durch, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin mit. Beide Länder hätten damit grünes Licht für den Einsatz gegeben.

"Bonn" ist unterwegs

Das Führungsschiff des ständigen maritimen Einsatzverbandes der Nato (SNMG 2), das deutsche Versorgungsschiff "Bonn", sei jetzt unterwegs, um Position zwischen der griechischen Insel Lesbos und dem türkischen Festland einzunehmen, so der Sprecher. Bislang operierte das deutsche Schiff lediglich in internationalen Gewässern. Auf dem Schiff unter dem Kommando des deutschen Admirals Jörg Klein sind rund 210 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz.

Auf grundsätzliche Richtlinien für den Ägäis-Einsatz hatten sich die Nato-Staaten eigentlich bereits Ende Februar verständigt. Die Mission soll zur Eindämmung des unkontrollierten Zustroms von Flüchtlingen in Richtung Westeuropa beitragen. Hauptziel ist es, Informationen über Schlepperaktivitäten an der türkischen Küste zu sammeln und sofort an die dortigen Behörden zu melden. Diese sollen dann möglichst dafür sorgen, dass keine Flüchtlingsboote mehr in Richtung Griechenland starten. Selbst Flüchtlingsboote aufbringen soll die Mission nicht.

Die Nato-Mission wird auch ein Thema des Gipfels am Montag. Die EU-Chefs treffen sich in Brüssel mit dem türkischen Regierungschef Ahmet Davutoglu, um über das weitere Vorgehen in der Flüchtlingskrise zu verhandeln.

Quelle: n-tv.de

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