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Gegen Pegida - für Weltoffenheit: 35.000 Dresdner zeigen Flagge

"Wir sind Dresden" und "Flüchtlinge helfen": Tausende strömen in Dresden vor die Frauenkirche. Sie wollen ein Zeichen setzen gegen die wöchentlichen Pegida-Aufmärsche. Und der Welt ein anderes Bild der sächsischen Landeshauptstadt zeigen.

Zehntausende Menschen haben in Dresden für Weltoffenheit und Mitmenschlichkeit demonstriert - und damit ein Signal gesetzt gegen die islamkritischen Pegida-Kundgebungen in der Stadt. Die sächsische Staatskanzlei sprach von rund 35.000 Teilnehmern der Kundgebung vor der symbolträchtigen Frauenkirche. "Wir lassen uns durch Hass nicht spalten", erklärte Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU), die zusammen mit Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) zu der Aktion aufgerufen hatte.

Die Demo läuft unter dem Motto: "Für Dresden, für Sachsen - für Weltoffenheit, Mitmenschlichkeit und Dialog im Miteinander".
Die Demo läuft unter dem Motto: "Für Dresden, für Sachsen - für Weltoffenheit, Mitmenschlichkeit und Dialog im Miteinander".(Foto: dpa)

Die Pegida-Demonstrationen hätten weltweit für Aufsehen gesorgt, erklärte Ministerpräsident Tillich. Von den 35.000 Menschen gehe nun eine eindeutige Botschaft aus: "Wir sind freiheitsliebend und demokratisch, weltoffen und tolerant, mitmenschlich und solidarisch." Tillich verwies darauf, dass es Grenzen des politischen Anstands gebe: "Wer gegen alles Fremde polemisiert und Ängste gegen Ausländer, Flüchtlinge und Asylsuchende schürt, mit dem lässt sich nicht sachlich reden."

"Deutschland ist für alle"

Der Regierungschef machte zudem mit Blick auf die jüngsten Terroranschläge in Paris deutlich, dass es "null Toleranz gegenüber politischen und religiösen Extremisten und Gewalt" gebe. Kirchen, Verbände, Vereine, Initiativen und Gewerkschaften hatten die Kundgebung gegen Pegida unterstützt und zur Teilnahme aufgerufen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), der seinen Wahlkreis in Sachsen hat, verfolgte das Geschehen hinter der Bühne.

 "Jeder lacht in derselben Sprache" und "Deutschland ist für alle" stand auf Plakaten, außerdem: "Wir lassen uns nicht einschüchtern, weder vom Islamischen Staat noch von Pegida". "Schön, dass Ihr auch schon da seid", wurde auf Transparenten auch ironisch darauf Bezug genommen, dass eine derartige Kundgebung erst jetzt stattfand.

Die Bilder und Nachrichten der vergangenen Wochen aus Dresden "spiegeln nicht das Bild einer Stadt wider, wie ich sie kennengelernt habe", sagte Schlagersänger Roland Kaiser, der wiederholt große Konzerte am Dresdner Elbufer gegeben hatte. "Die Zeit der Sündenböcke sollte der Vergangenheit angehören", wandte er sich gegen islamfeindliche Parolen von Pegida. Der Sänger kritisierte auch eine "inhumane Flüchtlingspolitik".

Merkel kritisiert Pegida

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisierte in ihrer wöchentlichen Videobotschaft indirekt die Pegida-Bewegung. "Wo Hass und Vorurteile zu Hause sind, da werden wir auch keine guten Lösungen für uns alle finden", sagte Merkel. "Deshalb ist es wichtig, dass jeder sich zu den Grundwerten unseres Landes bekennt, und dazu gehört zum Beispiel auch das Recht auf Asyl für verfolgte Menschen". Zugleich ermunterte sie die Bundesbürger, sich mehr mit dem Islam auseinanderzusetzen. Zwischen Islam und Islamisten müsse deutlich unterschieden werden, sagte sie in Hamburg.

Merkel begrüßte, dass die deutschen Muslime nach den Pariser Anschlägen zu einer Mahnwache eingeladen haben. "Ich halte das für einen ganz wichtigen Schritt." Die Grünen riefen dazu auf, sich daran zu beteiligen. Merkel hält auch eine Überprüfung der derzeit geltenden Regeln für eine Einwanderung in Deutschland für angebracht. Dabei gelte es, sowohl die Asyl- und Bürgerkriegsflüchtlings-Problematik aufzugreifen als auch die Frage der notwendigen Zuwanderung von Fachkräften. Jetzt sollte ausgelotet werden, ob und wo noch Änderungsbedarf bestehe.

Die Anti-Islam-Bewegung Pegida hatte zuletzt 18.000 Anhänger auf die Straße gebracht. Seit Mitte Oktober demonstrieren die selbst ernannten Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida) montags in Dresden gegen eine von ihnen behauptete Überfremdung.

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Quelle: n-tv.de

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