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Flüchtlinge aus Nordafrika erreichen meist über die süditalienische Insel Lampedusa das ferne Europa.
Flüchtlinge aus Nordafrika erreichen meist über die süditalienische Insel Lampedusa das ferne Europa.(Foto: picture alliance / dpa)

Italien animiert Flüchtlinge zur Weiterreise: 500 Euro für den Weg nach Deutschland

Sie bekommen 500 Euro in bar und Aufenthaltspapiere für drei Monate. Sie - das sind Männer und Frauen aus Togo, Ghana und Libyen, die als Flüchtlinge an der italienischen Grenze gestrandet sind. Von dort aus schickt Italien die Afrikaner weiter nach Deutschland, wo ihre Odyssee noch lange nicht endet.

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Italien soll Hunderte afrikanische Flüchtlinge mit Geldgeschenken dazu animiert haben, nach Deutschland weiterzureisen. Diese Praxis widerspreche europäischen Vereinbarungen, teilte die Hamburger Sozialbehörde mit. Demnach seien mehrere Hundert Afrikaner über Italien nach Deutschland gekommen. Die italienischen Behörden hätten die Menschen aus Ghana, Libyen und Togo mit Geld und Aufenthaltspapieren zur Weiterreise animiert. Rund 300 Frauen und Männer seien auf dem Weg in der Hansestadt gestrandet, obwohl sie eigentlich von Italien hätten betreut werden müssen.

Etliche von ihnen seien obdachlos, weil sie in der Bundesrepublik keinerlei Anspruch auf Unterstützung haben. Sie hätten keine Arbeitserlaubnis und kein Recht auf Unterbringung und Sozialleistungen, erklärte Hamburgs Sozialsenator Detlef Scheele (SPD). Die Stadt bemühe sich zwar, für die obdachlosen Flüchtlinge Unterkünfte und Hilfe zu organisieren. Scheele schränkte jedoch ein: "Es wäre unverantwortlich, falsche Erwartungen zu wecken; die Rückreise ist die einzige Option."

Das Bundesinnenministerium hatte bereits im März die Ausländerbeauftragten der Länder darüber informiert, dass Italien Flüchtlingen bis zu 500 Euro zahle, wenn sie das Land verließen. Außerdem würden ihnen Fremdenpässe und jeweils drei Monate gültige Aufenthaltstitel für das gesamte Schengengebiet ausgestellt - also für jene europäischen Länder, zwischen denen es keine Grenzkontrollen mehr gibt.

Quelle: n-tv.de

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