Politik
Flüchtlingscamp in Jordanien
Flüchtlingscamp in Jordanien(Foto: REUTERS)

Flüchtlingsdrama in der Türkei: 5000 Syrer dürfen kommen

Fast 300.000 Menschen sind vor dem Bürgerkrieg in Syrien in die Türkei geflohen. Seit Monaten fordert die Regierung dort mehr Unterstützung. Nun will Deutschland einen Teil beitragen – mit der Aufnahme einiger Tausend Syrer. Im Juni könnten die ersten kommen.

Angesichts der dramatischen Lage in den Lagern für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge will die Bundesregierung in den kommenden Monaten 5000 schutzbedürftige Menschen zusätzlich aufnehmen. Laut Innenminister Hans-Peter Friedrich sollen spätestens ab Juni etwa 3000 Flüchtlinge vorübergehend nach Deutschland kommen, 2000 weitere Menschen können im Herbst einreisen. Die Situation in Syrien werde "zunehmend schwierig", sagte Friedrich. "Wir wollen jetzt schnell handeln."

Nach den Angaben des Innenministers soll in Kürze eine Delegation Flüchtlingslager in syrischen Nachbarländern besuchen, um dort die Flüchtlinge auszuwählen. Als besonders schutzbedürftig nannte Friedrich kinderreiche Familien sowie Kinder, die ohne Begleitung Erwachsener in einem Flüchtlingslager leben. Er gehe zudem davon aus, dass unter den aufgenommenen Flüchtlingen auch viele Christen sein würden, da auf ihnen in Syrien "ein besonderer Verfolgungsdruck lastet". Eine Rolle spielen werde auch der Aspekt, ob Flüchtlinge in Deutschland schon Verwandte hätten, sagte Friedrich.

Der Innenminister verwies darauf, dass Deutschland in den vergangenen 14 Monaten bereits etwa 8000 Asylbewerber aus Syrien aufgenommen habe. Er gehe davon aus, dass diese Zahl in den kommenden Monaten weiter steigen werde. Friedrich äußerte zudem die Erwartung, dass auch andere EU-Staaten sich zur Aufnahme syrischer Flüchtlinge bereit erklärten. "Ich hoffe, dass wir da einmal mehr Eisbrecher sind", sagte er und kündigte an, die Bundesregierung werde bei der EU finanzielle Unterstützung für die Aufnahme der Flüchtlinge beantragen.

In türkischen Flüchtlingslagern leben etwa 190.000 Syrer, weitere 100.000 sind anders in der Türkei untergekommen. Das Land gibt an, bisher knapp 1,5 Milliarden Euro für die Versorgung von Flüchtlingen ausgegeben zu haben.

Quelle: n-tv.de

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