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OB: "Das ist offener Straßenterror": 69 Polizisten in Leipzig verletzt

In der sächsischen Stadt Leipzig demonstrieren gut 130 Rechte. Gegen den Aufmarsch protestieren mehr als 2000 Menschen. Dabei kommt es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Auch ein prominenter Protestler wird vorübergehend festgenommen.

Nach den Krawallen am Rande einer Neonazi-Demonstration ist es in Leipzig in der Nacht weitgehend ruhig geblieben. "Es sind mehr Polizisten als sonst auf den Straßen. Wir schauen genau hin und sind auf alles vorbereitet", sagte ein Sprecher der Polizei.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.
Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.(Foto: dpa)

Im Stadtteil Südvorstadt der sächsischen Stadt war es am Samstag am Rande der Neonazi-Demonstration zu Ausschreitungen zwischen linken Gegendemonstranten und der Polizei gekommen. Vermummte warfen Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper, die Beamten gingen mit Wasserwerfern und Reizgas gegen die schwarz gekleideten Krawallmacher vor. Nach Polizeiangaben wurden 69 Beamte verletzt und 50 Dienstfahrzeuge beschädigt. 23 Menschen seien in Gewahrsam genommen worden. Mehrere Menschen wurden in Gewahrsam genommen - darunter den Jenaer Stadtpfarrer Lothar König.

Der Vater der Linke-Abgeordnete Katharina König hatte sich laut MDR an einer Sitzblockade beteiligt. Zudem ist nach Angaben der Tochter ein Lautsprecherwagen der Jungen Gemeinde aus der Saale-Stadt in Thüringen beschlagnahmt worden. Er hatte auf einer linken Gegendemo von seinem Lautsprecherwagen aus gesprochen. Am Abend kam er wieder frei, wie die Polizei per Twitter mitteilte - kurioserweise unter dem Hastag #freelothar, unter dem zuvor gegen die Festsetzung protestiert worden war. Laut Polizei wird gegen König unter anderem wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch ermittelt. Zudem habe er sich Beamten widersetzt.

OB Jung: Das ist offener Straßenterror

Polizisten beobachten die Demos.
Polizisten beobachten die Demos.(Foto: picture alliance / dpa)

Nach Angaben der Studentengruppe "Durchgezählt" beteiligten sich etwa 2500 Menschen an mehreren Gegendemonstrationen. Die Polizei wollte diese Zahl nicht bestätigen. Anlass der Krawalle war eine Demonstration von Rechtsextremisten im Stadtteil Südvorstadt. Dazu seien weit weniger Teilnehmer gekommen als die angemeldeten 600, so die Polizei. Zuvor war nur von 200 angemeldeten Teilnehmern die Rede gewesen. Die Demo war am Abend beendet. Ursprünglich wollten die Neonazis durch den eher links-alternativ geprägten Stadtteil Connewitz marschieren. Das wurde vom Ordnungsamt verweigert, weil dort ein Weihnachtskonzert und ein alternativer Weihnachtsmarkt stattfanden.

Bei den Ausschreitungen ging eine Bushaltestelle zu Bruch, Müllcontainer brannten. Selbst die Feuerwehr sei angegriffen worden, twitterte die Polizei. Es habe am Nachmittag eine bedrohliche Stimmung und hohes Gewaltpotenzial in der Leipziger Südvorstadt gegeben. Am Abend habe sich die Lage jedoch etwas beruhigt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot und Verstärkung aus anderen Bundesländern vor Ort.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) nannte die Ausschreitungen schockierend. "Das ist offener Straßenterror", teilte er mit. Kriminelle diskreditierten den so wichtigen, friedlichen Protest gegen Neonazis. Schon am frühen Morgen hatten Unbekannte mehrere Brände gelegt. In den Stadtteilen Südvorstadt und Connewitz brannten laut Polizei an mehreren Stellen Autoreifen sowie Container.

Bereits in den Morgenstunden hatten Unbekannte mehrere Brände in der sächsischen Stadt gelegt. In den Stadtteilen Südvorstadt und Connewitz brannten an mehreren Stellen Autoreifen sowie Container, wie eine Polizeisprecherin sagte. Außerdem sei auf einem Fabrikdach ein Lagerfeuer entzündet worden.

Quelle: n-tv.de

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