Freitag, 01. Januar 2010
Volleyballspiel in Pakistan: 88 Tote bei Anschlag
Während eines Volleyballspiels in Pakistan fährt plötzlich ein Lieferwagen auf das Feld – und explodiert. Mindestens 88 Menschen sterben, Dutzende sind verletzt. Durch die Wucht der Explosion stürzten 20 Häuser ein.
Eines der Opfer wird in einem örtlichen Krankenhaus behandelt.
(Foto: AP)
Blutbad beim Volleyball: Bei einem verheerenden Selbstmordanschlag in Pakistans unruhiger Nordwest-Grenzprovinz sind am Neujahrstag mindestens 88 Zivilisten ums Leben gekommen, darunter viele Kinder.
Wie Polizeisprecher Mohammad Ayub Khan mitteilte, wurden Dutzende Menschen verletzt, als der Täter sein mit mehr als 300 Kilogramm Sprengstoff beladenes Fahrzeug neben einem Sportplatz im Distrikt Lakki Marwat zur Explosion brachte. Den Angaben zufolge hatten sich dort Hunderte Menschen zu einem Volleyballspiel versammelt. Durch die Wucht der Explosion stürzten 20 Häuser ein. Mehrere sind schwer beschädigt. Sicherheitskräfte machten radikal-islamische Extremisten für die Tat verantwortlich.
Unter den Opfern sind viele Kinder.
(Foto: AP)
Der Distrikt grenzt an die Taliban-Hochburg Süd-Waziristan. In dem Stammesgebiet an der Grenze zu Afghanistan führt das pakistanische Militär seit Mitte Oktober ein Großoffensive gegen Taliban-Kämpfer und El-Kaida-Terroristen. Dabei wurden nach Angaben der Armee bislang mehr als 600 Extremisten getötet. Im Gegenzug verüben die Aufständischen landesweit immer wieder blutige Anschläge gegen Einrichtungen der Sicherheitskräfte und zivile Ziele, bei denen in den vergangen zwei Monaten mehr als 500 Menschen ums Leben kamen.
Erst vor zwei Wochen starben bei einem Selbstmordanschlag auf einen Regionalpolitiker in der ostpakistanischen Stadt Dera Ghazi Khan etwa 30 Menschen. In der Metropole Lahore wurden Anfang Dezember mindestens 30 Menschen getötet und 100 weitere verletzt, als in einer belebten Einkaufsstraße zwei Sprengsätze explodierten. Wenige Tage zuvor starben 40 Menschen bei einem Anschlag auf eine Moschee der Streitkräfte in Rawalpindi. Der bislang blutigste Anschlag mit mehr als 100 Toten ereignete sich Ende Oktober auf einem Basar in Peshawar, der Hauptstadt der Nordwest-Grenzprovinz.
dpa
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