Mittwoch, 28. Mai 2008
Durchbruch in Dublin: Ächtung von Streubomben
Vertreter aus über 100 Ländern haben sich bei einer Konferenz in Dublin auf ein Verbot in den kommenden acht Jahren von Streubomben geeinigt. "Der Text wurde von allen Delegierten angenommen", sagte eine Sprecherin des irischen Außenministeriums in Dublin. Nach zehntägigen Verhandlungen einigten sich die Teilnehmer demnach auf ein weitreichendes Abkommen, mit dem sie Einsatz, Herstellung, Transport und Lagerung von Streubomben ein Ende setzen. Zudem verständigten sie sich darauf, Opfern finanzielle Hilfe zu gewähren. Das Abkommen verbietet die derzeit üblichen Streubomben und hat ihre Zerstörung innerhalb von acht Jahren zum Ziel. Die Entwicklung neuer Bombentypen ist allerdings nicht ausgeschlossen.
Der Durchbruch kam, nachdem der britische Premierminister Gordon Brown den Verzicht seines Landes auf diese Waffenart bekanntgegeben hatte. Großbritannien werde die umstrittene Waffe aus seinen Arsenalen entfernen, sagte Brown in London. Er wolle damit beitragen, die Blockade in den Bemühungen um ein internationales Verbot von Streubomben zu überwinden, sagte Brown. Er hoffe, andere Staaten würden dem britischen Beispiel folgen. Brown erklärte, er habe die britische Delegation angewiesen, ein totales Verbot von Streubomben zu unterzeichnen, darunter zwei Bombentypen, die auch von den britischen Streitkräften benutzt werden.
Die Staaten, die die Sprengsätze vor allem herstellen oder verwenden - die USA, Russland, China, Israel, Indien und Pakistan - sind an den Beratungen in Irland allerdings nicht beteiligt. Mehrere Länder werben damit, modernere und "schlauere" Streubomben zu entwickeln, die ihre Ziele präziser treffen und sich selbst zerstören, wenn sie nicht wie vorgesehen explodieren.
Streubomben verteilen riesige Mengen kleiner Sprengkörper, sogenannte Bombletten, über große Flächen. Allerdings explodieren meist 10 bis 40 Prozent der Sprengsätze nicht sofort und stellen danach eine tödliche Gefahr dar, vergleichbar mit Landminen. Bei der kleinsten Berührung können sie explodieren. Opfer sind häufig auch Kinder, die sich wegen deren Form und Farbe für die Sprengsätze interessieren.
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