Politik
AfD-Vize Alexander Gauland hier im brandenburgischen Landtag in Potsdam.
AfD-Vize Alexander Gauland hier im brandenburgischen Landtag in Potsdam.(Foto: imago/Martin Müller)

Nach Journalisten-Rauswurf: AfD-Vize Gauland ärgert sich über Pretzell

Ein Zeitungsredakteur soll der AfD Konzepte für ein besseres Image angeboten haben. Der Chefredakteuer feuert ihn daraufhin. Die Vorwürfe hatte der AfD-Landeschef in NRW öffentlich gemacht. Dafür bekommt er nun vom Bundesvorstand eine Schelte.

Das Vorgehen des nordrhein-westfälischen AfD-Chefs Marcus Pretzell gegen einen Journalisten hat innerhalb der Partei für Aufregung gesorgt. Pretzell hatte auf seiner Facebook-Seite behauptet, der "Welt"-Redakteur Günther Lachmann habe der AfD PR-Konzepte angeboten. AfD-Vize Alexander Gauland kritisierte nun das Vorgehen Pretzells: Dieser habe über "vertrauliche Gespräche" in der Öffentlichkeit gesprochen und einen Journalisten damit "beruflich vernichtet", sagte Gauland. Meuthen und er selbst hätten dies missbilligt: "Das entspricht nicht unserer Politik." Gauland betonte zugleich, dass es sich um eine Auseinandersetzung zwischen Pretzell und Lachmann handele: "Das geht die AfD nichts an." Pretzell war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Tageszeitung "Die Welt" hatte sich zuvor von ihrem Redakteur Günther Lachmann getrennt. Das bestätigte Chefredakteur Stefan Aust der Deutschen Presse-Agentur. Hintergrund der Entscheidung sind Vorwürfe, Lachmann habe sich der AfD als Berater angeboten. Aust sprach von einem "groben Verstoß gegen journalistische Grundsätze". Lachmann bestätigte ebenfalls die Trennung, wollte aber auf dpa-Anfrage keine weitere Stellungnahme abgeben.

Die Affäre ins Rollen gebracht hatte der nordrhein-westfälische AfD-Chef Marcus Pretzell, der auch Lebensgefährte der Bundesvorsitzenden Frauke Petry ist. Auf Facebook behauptete er Ende Januar: "Herr Lachmann wollte zwar die AfD mit Frauke Petry und (dem Co-Vorsitzenden) Jörg Meuthen beraten, aber er wollte seinen Job als Journalist bei "Die Welt" nicht aufgeben und dort weiter verantwortlich sein für die Berichterstattung über die AfD."

Nach Angaben Austs wies Lachmann die Beschuldigungen zunächst zurück und gab zudem eine Eidesstattliche Versicherung ab. "Damit wollten wir auch deutlich machen, dass wir die Vorwürfe vollständig aufgeklärt haben wollen", sagte der Chefredakteur. Am Samstag habe der Redakteur dann aber die Echtheit mehrerer Mails an die AfD bestätigt. "Aus den Mails geht klar hervor, dass Lachmann der AfD eine Art Konzeptvorschlag für eine Neuausrichtung der Partei geschrieben hat", sagte Aust. Das sei mit einer journalistischen Tätigkeit für die "Welt" nicht zu vereinbaren.

Quelle: n-tv.de

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