Politik

Parteiaustritt nahegelegtAfD-Vorstand will Höcke loswerden

18.12.2015, 18:11 Uhr
62417328
Kritiker rechnen Höcke mit seinen vier Kindern dem "Ausbreitungstyp" zu. (Foto: picture alliance / dpa)

Mit Ausführungen über die angebliche "Reproduktionsstrategie" von Afrikanern ist Thüringens AfD-Chef selbst für die Rechtspartei zu weit gegangen. Die AfD-Bundesspitze distanziert sich, zu einer Bestrafung kann sie sich aber nicht durchringen.

Der Bundesvorstand der AfD hat dem umstrittenen Thüringer Landesvorsitzenden Björn Höcke indirekt den Austritt aus der Partei nahegelegt. Nach einer mehrstündigen Debatte erklärte der Vorstand in Berlin: "Der Bundesvorstand fordert Björn Höcke nachdrücklich auf, auch selbst zu prüfen, inwieweit sich seine Positionen noch in Übereinstimmung mit denen der AfD befinden." Ein möglicher Parteiausschluss Höckes wurde allerdings nicht beschlossen.

Der rechtsnationale AfD-Politiker war von Mitgliedern des Parteivorstandes am vergangenen Wochenende heftig kritisiert worden. Anlass waren Höckes Äußerungen über die "Reproduktionsstrategie" von Afrikanern. Höcke hatte etwa von einem "lebensbejahenden afrikanischen Ausbreitungstyp" und von einem "Bevölkerungsüberschuss" Afrikas gesprochen. "Solange wir bereit sind, diesen Bevölkerungsüberschuss aufzunehmen, wird sich am Reproduktionsverhalten der Afrikaner nichts ändern", sagte Höcke.

"Diese Sichtweisen von Björn Höcke werden vom Bundesvorstand einhellig abgelehnt", erklärte Partei-Sprecher Christian Lüth nun. Außerdem hatten sich einige AfD-Vertreter daran gestoßen, dass Höcke der rechtsextremen französischen Partei Front National zu ihrem guten Abschneiden in der erste Runde der Regionalwahlen gratuliert hatte.

Höcke, der auch Vorsitzender der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag ist, hätte zu der Vorstandssitzung in Berlin eigentlich persönlich erscheinen sollen. Er entschuldigte sich jedoch nach Angaben einer Sprecherin mit Hinweis auf die Haushaltsdebatte im Landtag in Erfurt. Zu seinen Unterstützern im Bundesvorstand gehört André Poggenburg, der AfD-Vorsitzende in Sachsen-Anhalt.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa/AFP

AfDBjörn HöckeRassismus