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Frauke Petry hat sich 2015 von ihrer Jugendliebe Sven getrennt.
Frauke Petry hat sich 2015 von ihrer Jugendliebe Sven getrennt.(Foto: imago/Metodi Popow)

Parteiprogramm wird überdacht: AfD will Ehebruch nun doch nicht bestrafen

Eigentlich gilt die AfD als besonders konservative Partei. Doch nun revidiert sie ihre Maßstäbe: Ehebruch soll nun doch nicht unter Strafe gestellt werden. Das dürfte Partei-Chefin Frauke Petry entgegenkommen.

Die AfD revidiert ihre konservativen Maßstäbe: Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge hat die Programmkommission beschlossen, den Ehebruch nun doch nicht unter Strafe zu stellen.

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Eigentlich hatte es einen Passus im geplanten Parteiprogramm gegeben, der die Forderung enthielt, dass "schwerwiegendes Fehlverhalten, welches sich gegen die eheliche Solidarität richtet", bei Scheidungen "Berücksichtigung" finden müsse. Im Klartext heißt das: Die AfD wollte bei Scheidungen das sogenannte Schuldprinzip wieder einführen. Dieses war bis in die 1970er-Jahre üblich. Demnach hatte derjenige, der nach Ansicht der Richter Schuld am Scheitern der Ehe trug, zum Beispiel keinen Anspruch auf Unterhalt.

Das kommt Frauke Petry sicherlich entgegen. Denn: Sie hat sich laut "Bild"-Zeitung bereits im Mai 2015 von ihrem Ehemann Sven getrennt und ist mittlerweile mit ihrem Parteifreund Marcus Pretzell liiert. In einer offiziellen Stellungnahme der AfD hieß es dann im Oktober, dass die Trennung im "gegenseitigen Einvernehmen" passiert sei. Seitdem leben die vier Kinder abwechselnd bei Mutter und Vater.

Schuldprinzip würde Prozess bei Petrys bedeuten

Würde das Schuldprinzip wieder gelten, hätte es im Falle der Petrys einen Gerichtsprozess gegeben, in dem genau dargelegt würde, wer die Ehe zerstört hat. Außerdem läuft der Ehebrecher Gefahr, das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder zu verlieren.

Petry und ihr Noch-Ehemann Sven waren bereits in Schulzeiten ein Paar. Die Scheidung könnte nach dem obligatorischen Trennungsjahr vollzogen werden. Laut "Bild"-Zeitung lässt Frauke Petry parteiintern daran auch keinen Zweifel. Offiziell wollte sie dem Blatt dazu allerdings keine Stellungnahme geben.    

Sven Petry distanziert sich seit Monaten von den Botschaften seiner Ehefrau. Der Pastor, der in einer Gemeinde in Sachsen predigt, ist der CDU beigetreten und spricht sich in seinen Predigten und bei Twitter für die Flüchtlingspolitik Angela Merkels aus.

Das letzte Wort zur Rückkehr zum Schuldprinzip ins Wahlprogramm fällt übrigens beim AfD-Parteitag am 30. April.

Quelle: n-tv.de

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