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Verletzte gab es keine in der noch nicht bezogenen Unterkunft.
Verletzte gab es keine in der noch nicht bezogenen Unterkunft.(Foto: dpa)

Brandanschlag auf Flüchtlingsheim: Angeklagter schildert Brandstiftung in Nauen

Zum Auftakt des Prozesses um den Brandanschlag von Nauen ist einer der Angeklagten geständig. Der Mann brachte nach eigenen Angaben Öl, Benzin und Gas in die Turnhalle - und belastet einen NPD-Politiker schwer.

Zum Auftakt des Prozesses gegen sechs mutmaßliche Neonazis wegen eines Brandanschlags auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft im brandenburgischen Nauen hat einer der Angeklagten umfassend gestanden. Der 33-jährige Wachmann schilderte im Landgericht Potsdam in einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung, wie er im August 2015 mit den Mitangeklagten Fässer mit Öl und Benzin sowie eine Propangasflasche vor die Sporthalle geschafft habe.

Alle Anweisungen zu dem Brandanschlag habe NPD-Kommunalpolitiker Maik Schneider gegeben, ließ der 33-Jährige erklären. Schneider ist als Rädelsführer angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern die Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Begehung von Straftaten mit ausländerfeindlichem Hintergrund vor, außerdem schwere Brandstiftung und Sachbeschädigung.

Bei dem Anschlag vor 15 Monaten wurde die Halle durch die Flammen völlig zerstört, den Schaden beziffert die Staatsanwaltschaft auf rund dreieinhalb Millionen Euro.

Die Gruppe wird außerdem verdächtigt, einen in der Flüchtlingshilfe engagierten Jugendverein schriftlich bedroht und in der Stadt Flugblätter verteilt zu haben, auf denen zum "absoluten Widerstand" gegen eine "Invasion der Ausländer" aufgerufen wurde. Das Schreiben soll unter anderem Tipps zum Bau von Molotow-Cocktails und Rohrbomben enthalten haben. Der Bus des Jugendvereins wurde mehrfach beschädigt.

Quelle: n-tv.de

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