Samstag, 21. November 2009
Sieben Verletzte in Kabul: Angriff auf Luxushotel
Bei einem Raketenangriff auf das einzige Fünf-Sterne-Hotel der afghanischen Hauptstadt Kabul werden sieben Menschen verletzt, das Gebäude wird beschädigt. Das Hotel wird vor allem von ausländischen Journalisten und Diplomaten besucht - und war bereits mehrfach Ziel von Anschlägen.
Polizisten eilen zum angegriffenen Luxushotel.
(Foto: AP)
Die Polizei bestätigte, dass eine Wand des Hotelkomplexes eingestürzt sei, sprach aber von nur zwei Verletzten. Augenzeugen berichteten von massiver Rauchentwicklung in der Nähe des einzigen Fünf-Sterne-Hotels der Stadt. "Wir haben eine laute Explosion außerhalb des Hotels gehört und es dringt noch immer Rauch aus einem Areal in der Nähe des Hotels", sagte einer der ausländischen Hotelgäste.
Das Serena-Hotel, Anlaufpunkt für zahlreiche ausländische Journalisten und Diplomaten, war bereits im Januar Ziel eines schweren Anschlags der radikalislamischen Taliban gewesen. Damals kamen sieben Menschen ums Leben. Im Oktober landeten zwei Raketen im Garten des Hotels, es gab keine Verletzten.
Das Auswärtige Amt (AA) in Berlin bestätigte die Explosion, die sich etwa einen Kilometer entfernt von der Deutschen Botschaft ereignete. Ein AA-Sprecher sagte, kein Botschaftsangehöriger sei zu Schaden gekommen. Außenminister Guido Westerwelle habe sich darüber in einem Telefonat erleichtert gezeigt, sagte der Sprecher. Er danke den Botschaftsmitarbeitern für ihren mutigen Einsatz. Westerwelle war erst am Donnerstag in Kabul gewesen, um an der Amtseinführung von Präsident Hamid Karsai teilzunehmen.
Sicherheitskräfte verdoppeln
Die Regierung in Kabul gab unterdessen bekannt, dass sie die afghanischen Polizei- und Militärkräfte auf zusammen 400.000 Mann ausbauen will - mehr als doppelt so stark wie bisher angestrebt. Damit sollen die Vorgaben der USA und der NATO erfüllt werden, die mehr Verantwortung in die Hände der afghanischen Sicherheitskräfte legen wollen.
Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak sagte in Kabul, die Stärke der Armee solle auf 240.000 Mann steigen; derzeit stehen rund 93.000 Soldaten unter Waffen. Dieses Ziel wird nach Ansicht von Beobachtern nur durch jahrelange massive Investitionen in die Ausbildung erreicht werden können.
dpa
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