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Spuren der Verwüstung: Am Morgen nach dem Anschlag geht die Suche nach den Drahtziehern weiter.
Spuren der Verwüstung: Am Morgen nach dem Anschlag geht die Suche nach den Drahtziehern weiter.(Foto: dpa)

Zahl der Toten steigt auf 37: Ankara liegen "konkrete Hinweise" vor

Wer steckt hinter dem verheerenden Anschlag auf Zivilisten in Ankara? Die Regierung will konkrete Informationen über die Terrororganisation haben - hält aber weiter an der Nachrichtensperre fest. Die Zahl der Opfer steigt indes weiter.

Nach dem verheerenden Autobomben-Anschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara hat die Suche nach den Hintermännern begonnen. Innenminister Efkan Ala sagte am späten Sonntagabend, es gebe dazu erste Erkenntnisse, die aber erst nach Abschluss der Ermittlungen mitgeteilt würden.

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Auch Ministerpräsident Davutoglu  äußerte sich zum Stand der Untersuchungen und teilte mit, es gebe "konkrete Informationen über die Terrororganisation, die diesen feigen Angriff ausgeführt hat". Als Reaktion auf den Anschlag hat Davutoglu seine Reise nach Jordanien verschoben. Er habe an diesem Dienstag nach Jordanien reisen wollen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. 

Anschlag vor knapp einem Monat

Bei dem Anschlag im Zentrum Ankaras waren nach Regierungsangaben 37 Menschen getötet worden, darunter auch mindestens ein Selbstmordattentäter. Laut Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu werden 71 Menschen weiterhin in Krankenhäusern behandelt. Bei 15 Verletzten sei der Zustand ernst.

Der Anschlag wurde offenbar von mindestens einem oder vermutlich sogar von zwei Selbstmordattentätern verübt. Er oder sie hätten sich in einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug in der Nähe einer belebten Bushaltestelle in die Luft gesprengt, so der Gesundheitsminister.

Erst vor knapp einem Monat hatte in Ankara ein Selbstmordattentäter ebenfalls eine Autobombe gezündet und 29 Menschen mit in den Tod gerissen. Zu dieser Tat bekannte sich die aus der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hervorgegangene Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK). Die TAK hatte damals zugleich weitere Anschläge angekündigt. Für die Tat übernahm zunächst keine Gruppe die Verantwortung.

Die Explosion ereignete sich am zentralen Kizilay-Platz, der ein Knotenpunkt des Nahverkehrs ist. Innenminister Ala sagte, der Anschlag habe auf Zivilisten abgezielt. Die US-Botschaft hatte erst am Freitag vor einem drohenden Anschlag in einem Viertel in der Nähe des Anschlagsorts gewarnt und dazu aufgerufen, die Gegend zu meiden.

Sperre für Facebook und Twitter

Die türkische Regierung verhängte am Sonntagabend eine Nachrichtensperre über den Anschlag, die aber nicht offizielle Verlautbarungen betrifft. Türkische Medien berichteten, ein Gericht in Ankara habe eine Sperre für soziale Medien verfügt, nachdem dort Fotos zu dem Anschlag geteilt worden seien. Internetnutzer berichteten von Problemen, Twitter und Facebook aufzurufen.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan teilte mit, die Terroranschläge der jüngsten Zeit zielten auf die "Integrität unseres Landes" ab. Er kündigte an, den Kampf gegen den Terrorismus fortzuführen und den Terrorismus "in die Knie zu zwingen". Die EU, die USA und die Nato sicherten der Türkei ihre Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus zu. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Anschlag scharf wie auch Russlands Präsident Wladimir Putin - ein Gegner Erdogans.

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Quelle: n-tv.de

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