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Unter anderen gegen den Ex-Polizeichef der Domstadt, Albers, richten sich die Anzeigen.
Unter anderen gegen den Ex-Polizeichef der Domstadt, Albers, richten sich die Anzeigen.(Foto: picture alliance / dpa)

Vorwurf: Unterlassene Hilfeleistung: Anzeigen gegen Kölner Polizei eingegangen

Nach dem Verlust der öffentlichen Ordnung vor dem Kölner Bahnhof in der Silvesternacht kritisiert die Landespolitik massiv die Polizei der Stadt. Nun sind erste Anzeigen gegen die Beamten eingegangen. Derweil geht die parlamentarische Aufarbeitung weiter.

Nach den zahlreichen sexuellen Übergriffen und weiteren Straftaten in Köln in der Silvesternacht sind mehrere Strafanzeigen gegen die örtliche Polizei erstattet worden. Dem damaligen Kölner Polizeipräsidenten, dem inzwischen in den einstweiligen Ruhestand versetzten Wolfgang Albers, und weiteren Polizeibeamten werde unter anderem unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft Aachen mit.

Die Behörde prüft nun nach eigenen Angaben, ob sich "zureichend tatsächliche Anhaltspunkte für Straftaten" der Beschuldigten ergeben. Ob die Anzeigensteller in besagter Nacht selbst am Kölner Hauptbahnhof gewesen sind, konnte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht sagen. Nach einem Bericht des "Westfalen-Blatts" stammen die Anzeigen nicht von Opfern, sondern von anderen Bürgern. Seit Bekanntwerden der Silvester-Vorfälle steht die Kölner Polizei in der Kritik.

In Köln hatten am Hauptbahnhof in der Silvesternacht Gruppen von Männern vor allem Frauen umzingelt, begrapscht und bestohlen. Die Zahl der Strafanzeigen hat sich weiter erhöht und liegt inzwischen bei 581, wie ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft sagte. Die Behörde ermittle gegen 13 Beschuldigte, von denen sich fünf in Untersuchungshaft befänden. Den Männern aus Nordafrika würden Eigentumsdelikte wie Diebstahl, Raub und Hehlerei vorgeworfen, keine Sexualstraftaten.

In Düsseldorf befasst sich am morgigen Donnerstag der Landtag auf Antrag von CDU und FDP mit den Vorfällen. Die Oppositionsfraktionen verlangen Auskunft von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, weil Jäger bei seinem Auftritt vor dem Landtags-Innenausschuss am Montag viele Fragen offen gelassen habe.

Nach Einschätzung der CDU im Bundestag ist ein Untersuchungsausschuss in Nordrhein-Westfalen unausweichlich. Die Landtagsabgeordneten kämen um die Einrichtung eines solchen Gremiums nicht herum, sagte der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster nach der Sitzung in Berlin. Jäger habe nicht ausreichend Antworten gegeben. Ein Untersuchungsausschuss im NRW-Landtag sei nun das geeignete Mittel, um alle Fragen zu klären.

Quelle: n-tv.de

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