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(Foto: picture alliance / dpa)

Extra-Pauschale für Notdienste: Apotheken bekommen mehr Geld

Für jeden Notdienst, den eine Apotheke in Deutschland leistet, soll sie in Zukunft mehr Geld bekommen. Der Gesundheitsminister will so Land-Apotheken fördern. Die Medikamentenpreise würden dadurch steigen – die Krankenkassen halten das für falsch.

Die Bundesregierung will die Versorgung der ländlichen Regionen mit Apotheken-Notdiensten durch eine bessere Vergütung sichern. Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht vor, dass alle Apotheken für jeden geleisteten Nachtdienst einen pauschalen Zuschuss erhalten. Davon sollen insbesondere die ländlichen Apotheken profitieren, die viele Notdienste anbieten müssen, dabei aber nur wenig Medikamente verkaufen. "Durch die neue Notdienstpauschale soll eine bessere Anerkennung dieser Leistung gewährleistet werden", sagte Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP).

Der Zuschuss soll aus einem Fonds gezahlt werden, den der Deutsche Apothekerverband errichtet und verwaltet. Zur Finanzierung wird der Festzuschlag, den die Apotheken bei der Abgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel erheben, um 16 Cent erhöht. Die Krankenkassen würden so jährlich mit Mehrkosten von rund 112 Millionen Euro belastet.

In dünn besiedelten Gebieten wird der Notdienst weniger in Anspruch genommen als in der Stadt. Weil es dort aber weniger Apotheken gibt, muss jede einzelne Apotheke viel häufiger Notdienst leisten. "Wir stärken mit dem Gesetz konsequent die medizinische Versorgung der ländlichen Gebiete", erklärte Bahr.

Die gesetzlichen Krankenkassen fordern, dass das zusätzliche Geld der medizinischen Landversorgung zugutekommt und nicht den 24-Stunden-Hauptbahnhofsapotheken. Es sei die Frage, "ob die zusätzlichen Millionen aus den Portemonnaies der Beitragszahler wirklich gerechtfertigt sind", sagte Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbandes. Über die Verteilung des Fonds entscheidet laut Gesundheitsministerium der Apothekerverband.

Bisher müssen Kunden, die den Notdienst außerhalb der regulären Öffnungszeiten nutzen, 2,50 Euro zahlen – das soll laut Apotheker-Bundesverband ABDA auch so bleiben. "Wir begrüßen diesen Kabinettsbeschluss. Das ist besonders für die Apotheken auf dem Land mit vielen Nacht- und Notdiensten eine gute Nachricht", sagte Verbandspräsident Friedemann Schmidt.

Quelle: n-tv.de

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