Politik
Jassir Arafat bekam für seine Rolle als Palästinenserpräsident im Nahost-Konflikt den Friedensnobelpreis.
Jassir Arafat bekam für seine Rolle als Palästinenserpräsident im Nahost-Konflikt den Friedensnobelpreis.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Verdacht auf Vergiftung: Arafat-Witwe erstattet Anzeige

Vor acht Jahren stirbt Jassir Arafat in einem Pariser Krankenhaus. Bis heute sind die Umstände nicht geklärt. Nun reicht die Witwe des Palästinenserpräsidenten eine Anzeige ein. Denn es gibt handfeste Hinweise auf eine Vergiftung mit Polonium.

Suha Arafat
Suha Arafat(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die Witwe des verstorbenen Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat erstattet Anzeige wegen des Verdachts auf Vergiftung ihres Mannes. Die Anzeige Suha Arafats und ihrer Tochter Saura werde in Nanterre bei Paris eingereicht, teilte die Anwaltskanzlei von Pierre-Olivier Sur in Paris mit. Die Anzeige richte sich gegen Unbekannt. Schweizer Experten hatten nach eigenen Angaben an persönlichen Gegenständen des verstorbenen Arafat eine hohe Konzentration des hochgiftigen radioaktiven Stoffs Polonium gefunden.

Der Palästinenserpräsident war am 11. November 2004 in einem Pariser Krankenhaus unter bis heute unklaren Umständen gestorben. Die Palästinenser verdächtigen Israel seit Jahren, Arafat ermordet zu haben. Die Anwälte Suha Arafats hoben nun hervor, dass sich die Anzeige ausdrücklich nicht gegen einen Staat, eine bestimmte Gruppe oder Person richte. Außerdem sei der Fall auch nicht verjährt, weil die Anzeige weniger als zehn Jahre nach den Vorgängen eingereicht werde.

In einer Dokumentation des Fernsehsenders Al-Dschasira hatte der Schweizer Experte François Bochud gesagt, Proben aus persönlichen Gegenständen Arafats, die nach seinem Tod an seine Witwe übergeben worden seien, hätten eine erhebliche Polonium-Konzentration aufgewiesen. Die Proben stammten demnach unter anderem von Arafats Haaren und der Zahnbürste. Mit der hochgiftigen Substanz war im Jahr 2006 der frühere russische Spion Alexander Litwinenko in einem Londoner Hotel ermordet worden.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen