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Julian Assange spricht von einem "massiven Propagandaangriff gegen Wikileaks".
Julian Assange spricht von einem "massiven Propagandaangriff gegen Wikileaks".(Foto: AP)

Kritik an "The Fifth Estate": Assange sieht Lügen über Lügen

Spionage, Enthüllungen, Sex: Das Leben von Julian Assange bietet besten Hollywoodstoff. Die Dreharbeiten laufen bereits. Doch für den Wikileaks-Gründer ist "The Fifth Estate" nichts anderes als ein "Propagandaangriff gegen Wikileaks".

Hollywood will das Leben von Julian Assange auf die große Leinwand bringen. Der Wikileaks-Gründer, der sich eine Kopie des Drehbuchs besorgt hat, übte massive Kritik an der Verfilmung seines Lebens als Enthüller. In einer Videoschaltung mit dem studentischen Debattierklub der renommierten britischen Universität Oxford sagte der 41-jährige Australier, bei dem Hollywood-Film "The Fifth Estate" unter der Regie von Bill Condon ("Dreamgirls", "Twilight: Bis(s)zum Morgengrauen") handele es sich um einen "massiven Propagandaangriff gegen Wikileaks".

Benedict Cumberbatch als Julian Assange und Daniel Brühl als Daniel Domscheidt-Berg in der WikiLeaks-Verfilmung.
Benedict Cumberbatch als Julian Assange und Daniel Brühl als Daniel Domscheidt-Berg in der WikiLeaks-Verfilmung.(Foto: AP)

Er habe festgestellt, dass "eine Lüge auf die nächste" folge. Der Film betreibe auch Kriegshetze gegen den Iran, das habe mit seiner Enthüllungsplattform Wikileaks nichts zu tun. Die Dreharbeiten zu "The Fifth Estate", der im November in den USA und im Winter 2013/14 in Deutschland herauskommen soll, haben gerade begonnen. Der britische Starschauspieler Benedict Cumberbatch spielt Assange, Daniel Brühl seinen deutschen Geschäftspartner Daniel Domscheit-Berg.

"Gesteigertes Maß an Niedertracht"

Das Drehbuch beruht auf den Büchern "Inside WikiLeaks: Meine Zeit bei der gefährlichsten Website der Welt" von Domscheit-Berg sowie "WikiLeaks: Inside Julian Assange's War on Secrecy" von David Leigh und Luke Harding. Assange wirft Domscheit-Berg den Bruch von Absprachen und Selbstverpflichtungen sowie ein "gesteigertes Maß an Niedertracht" vor.

Domscheit-Berg, der Pressesprecher von WikiLeaks, schied vor zwei Jahren im Streit von Assange, dessen Arbeits- und Führungsstil er als autoritär kritisiert hatte. Wikileaks haben den Film deshalb auch nicht autorisiert. Wenn der Film das Buch reflektiere, werde er mit "begrenzter Unparteilichkeit" eine negative Sicht der Organisation liefern, äußerte sich der neue Sprecher Kristinn Hrafnsson skeptisch. Außerdem sei Hollywood nicht als der Ort bekannt, der zeitgenössische Geschichte am besten reflektiere.

EU-weiter Haftbefehl

Assange äußerte sich von der ecuadorianischen Botschaft in London aus, wo er sich seit Juni 2012 aufhält. Das südamerikanische Land gewährte ihm im vergangenen August offiziell Asyl. Sollte der Netzaktivist das Botschaftsgebäude verlassen, droht ihm die Festnahme durch die britische Polizei. Gegen Assange liegt ein Auslieferungsbefehl an Schweden vor, wo ihm Sexualdelikte zur Last gelegt werden.

Assange bestreitet die Vorwürfe und bezeichnet sie als politisch motiviert. Er will vor allem eine Auslieferung an die USA vermeiden, wo ihm womöglich die Todesstrafe droht. Durch die Veröffentlichung geheimer Informationen zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie von rund 250.000 vertraulichen Diplomatendepeschen hat Wikileaks den Zorn der US-Regierung auf sich gezogen.

Quelle: n-tv.de

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