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Derzeit nur auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London öffentlich zu sehen: Julian Assange.
Derzeit nur auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London öffentlich zu sehen: Julian Assange.(Foto: Reuters)

Gute Chancen für Wikileaks-Partei: Assange stellt sich zur Wahl

Wikileaks-Gründer Assange sitzt seit Monaten in London fest, aktiv ist er trotzdem. In Australien reicht sein Vater die Anmeldung des parteipolitischen Arms der Organisation für die dortige Parlamentswahl ein, sein Sohn ist Spitzenkandidat. Die Chancen der Bürgerrechtler sollen nicht schlecht stehen.

Am 14. September wird in Australien das Parlament gewählt - und Wikileaks-Kopf Julian Assange soll als Spitzenkandidat der "Wikileaks Australian Citizens Alliance" (Waca) in den Wahlkampf ziehen. Der neu gegründeten Partei wurden schon im vergangenen Jahr gute Chancen eingeräumt, auf Kosten der Grünen tatsächlich Sitze zu gewinnen. Nun hat sich die Waca offiziell für den Urnengang angemeldet.

Assange ist zwar offenbar ein ernsthafter Anwärter auf einen Senatsposten der Provinz Victoria, in der sich auch die ehemalige australische Hauptstadt Melbourne befindet. Doch er hat ein Problem: Er sitzt seit Juni 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Verließe Assange die Vertretung des südamerikanischen Landes, um in seine Heimat zu reisen, wäre seine Verhaftung wohl unausweichlich.

Großbritannien hatte angekündigt, den Aktivisten nach Schweden auszuliefern, wo ihm ein Prozess wegen Vergewaltigung droht. Als mögliche Lösung könnte die Partei einen Vertreter berufen, der für Assange übernimmt. Um seinen möglichen Posten überhaupt anzutreten, müsste der Wikileaks-Gründer im Parlament persönlich einen Amtseid ablegen.

Transparenz und Menschenrechte

Assanges leiblicher Vater Joe Shipton ist Geschäftsführer der Waca, die von der australischen Regierung "die demokratische Grundvoraussetzung der Ehrlichkeit" fordert. Der Kern der Partei ist ein zehnköpfiges Spitzengremium, in dem Vertraute von Assange sowie Wikileaks-Aktivisten sitzen. Hauptthema der Partei sind Transparenz, sowohl im öffentlichen als auch privatwirtschaftlichen Bereich, sowie Menschenrechte. Dies sei aber nur "der erste Schritt", so Shipton.

Zunächst muss die Partei für ihre Zulassung nachweisen, dass sie mindestens 500 Mitglieder hat. Sonst ist die parteipolitische Karriere Assanges zu Ende, bevor sie überhaupt begonnen hat.

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Quelle: n-tv.de

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