Donnerstag, 01. Oktober 2009
Kontaminierung befürchtet: Asse-Warnung schon 1965
Ein Arbeiter macht den Weg in einen der Tunnel frei, in denen Atommüll lagert.
(Foto: REUTERS)
Schon zwei Jahre vor Inbetriebnahme des Forschungsbergwerkes Asse hat das niedersächsische Oberbergamt 1965 nach einem Zeitungsbericht ausdrücklich vor dem Einlagern von Atommüll in dem Schacht gewarnt. Das geht aus einem bisher unbekannten Brief hervor, über den die "Goslarsche Zeitung" berichtet. Danach schrieb das Oberbergamt am 15. April 1965 an den damaligen niedersächsischen SPD-Wirtschaftsminister Carlo Graeff, das Amt teile nicht die Auffassung, dass bei einem Absaufen der Grube die Kontaminierung des Grundwassers ausgeschlossen werden könne.
Weiter verwies das Oberbergamt auch auf frühere Unfälle in den USA und Deutschland und auf die Gefahren durch abschmelzendes Gebirge bei der Einlagerung radioaktiver Stoffe. Deswegen lehnte die Behörde eine Verantwortung für die Einlagerung von Atommülls ab und forderte, sie dem Bundesministerium für wissenschaftliche Forschung zu übertragen, "weil nur diese Behörde über hinreichend vorgebildete Sachverständige verfügt".
Tatsächlich hatten die Bergämter Wolfenbüttel und später Goslar bis Ende 2008 die Fachaufsicht über das umstrittene Atommülllager. Der Laugenzutritt aus dem Deckgebirge in die Schachtanlage ist seit langem ein Sicherheitsproblem für die instabile Grube. Deswegen wird darüber diskutiert, ob der Atommüll aus dem Lager wieder herausgeholt werden kann oder ob es Alternativen zur Sicherung des Lagers gibt.
Die Atomkraftgegner in Gorleben laden Kanzlerin Merkel ins Wendland ein. Ob sie ihr folgt, ist allerdings fraglich.
(Foto: dpa)
dpa
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