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(Foto: imago/Wassilis Aswestopoulos)

Kürzungen und Beitragserhöhungen: Athen geht sein gewaltiges Rentenproblem an

Griechenland hängt unverändert am Tropf der internationalen Geldgeber. Für neue Rettungsmilliarden muss Athen eines der drängendsten Probleme angehen: das Rentensystem. Nun legt die Regierung einen ersten Entwurf vor.

Die griechische Regierung hat ihren Entwurf für die von den internationalen Gläubigern geforderte Rentenreform fertiggestellt. Der Vorschlag beinhaltet weitere harte Einschnitte und Kürzungen von im Durchschnitt 15 Prozent, wie die griechische Finanzpresse berichtete. Mit der Reform soll das Minus der Rentenkasse von derzeit 800 Millionen Euro ausgeglichen werden, verlautete aus Regierungskreisen in Athen.

Am härtesten trifft es demnach die Bauern. Bislang zahlen sie nur sieben Prozent ihres Einkommens für ihre Rentenversicherung. Dieser Beitrag soll bis 2019 stufenweise auf 20 Prozent erhöht werden. Alle Rentenkassen werden in einer großen Dach-Rentenkasse vereinigt. Zudem soll es Deckelung der höchsten Einzelrenten von derzeit 2700 auf 2300 Euro und für kombinierte Renten von 3680 auf 3000 Euro geben.

Dem Entwurf zufolge sollen künftig alle Arbeitnehmer nach 15 Jahren Beitragszahlungen eine Mindestrente von 384 Euro erhalten. Wer 40 Jahre lang bis zum Alter von 67 Jahren durchhält, soll am Ende 60 Prozent seines Gehaltes als Rente erhalten.

Bei der Vorbereitung der Reform gab es schon heftigen Streit zwischen Athen und dem Gläubiger-Quartett aus Europäischer Zentralbank (EZB), EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und dem Euro-Rettungsfonds ESM. Die vier Institutionen müssen nun den Entwurf bewerten, bevor Regierungschef Alexis Tsipras sein Parlament abstimmen lassen kann, was für Anfang Februar vorgesehen ist. Nur, wenn die Griechen alle im Juli unterschriebenen Spar- und Reformauflagen erfüllen, wollen die Euro-Finanzminister mit dem Land über weitere Schuldenerleichterungen reden.

Tsipras hatte die Gläubiger am Wochenende vor "unzumutbaren und ungerechten Forderungen" gewarnt. Zugleich räumte er den Reformbedarf ein, weil das griechische Rentensystem "kurz vor dem Kollaps" stehe. Die Abstimmung im Parlament wird für ihn erneut zur Kraftprobe, weil seine Mehrheit auf 153 von insgesamt 300 Abgeordneten zusammengeschrumpft ist.

Quelle: n-tv.de

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