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Das Innenministerium geht von einem terroristischen Motiv des Angreifers aus.
Das Innenministerium geht von einem terroristischen Motiv des Angreifers aus.(Foto: REUTERS)

"Anschlagsversuch" in Paris: Auto rammt Polizeifahrzeug - Fahrer tot

Auf den Pariser Champs-Elysées kommt es wenige Wochen nach einer tödlichen Attacke auf einen Polizisten erneut zu einem Angriff auf Beamte: Ein Auto rast auf dem Boulevard in einen Kleinbus der Gendarmerie. Der Fahrer stirbt. Er war ein polizeibekannter Islamist.

Ein Mann ist mit seinem Auto auf der Pariser Prachtstraße Champs-Elysées in ein Fahrzeug der französischen Gendarmerie gerast. Es habe keine Verletzten "aufseiten der Polizei und der Öffentlichkeit" gegeben, bestätigten Sicherheitskreise in Paris. Innenminister Gérard Collomb sprach von einem "Anschlagsversuch" und gab den Tod des Angreifers bekannt.

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Wie eine Polizeisprecherin sagte, habe der bewaffnete Mann mit seinem Auto den Kleinbus der Sicherheitskräfte zunächst überholt und dann gerammt. Das Auto des Mannes sei daraufhin in Brand geraten. Die Gendarmen hätten den Mann dann aus dem Wagen herausgeholt. Ein Passant sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe "Menschen in alle Richtungen rennen" sehen. "Manche haben mir zugerufen abzuhauen. Überall waren Leute."

Die Polizei rief auf Twitter dazu auf, den Boulevard zu meiden. Die Situation sei aber unter Kontrolle. Die für Terrorismus zuständige Staatsanwaltschaft leitete nach eigenen Angaben Ermittlungen ein. Der Fahrer war den Behörden als radikaler Islamist bekannt. Der 31-Jährige sei seit 2015 aktenkundig gewesen, verlautete aus übereinstimmenden Quellen. Seine Familie gehörte demnach der Salafisten-Szene an.

Sprengstoffexperten untersuchen Wagen

Der Bereich rund um den Wagen wurde derweil weiträumig abgesperrt. Fernsehbilder zeigten das Auto mit offenen Türen und bedeckt mit Löschschaum auf der Straße. Sprengstoffexperten untersuchten den Innenraum des Wagens. Nach Angaben aus Polizeikreisen wurden eine Gasflasche, Patronen, eine Kalaschnikow und mehrere Handfeuerwaffen gefunden. Collomb sagte, es sei auch "Sprengstoff" entdeckt worden, "mit dem das Auto in die Luft gesprengt hätte werden können".

Erst vor zwei Monaten, am 20. April, hatte ein Mann auf den weltberühmten Champs-Elysées das Feuer auf Polizisten eröffnet und einen Beamten getötet, bevor er selbst erschossen wurde. Die Attacke ereignete sich nur drei Tage vor der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl. Bei dem toten Angreifer wurde ein Schreiben mit Bezug zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gefunden. Der IS reklamierte die Attacke für sich.

Quelle: n-tv.de

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