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Diese drei Frauen haben es auch ohne Quote geschafft: Schröder, von der Leyen und Merkel (von links nach rechts).
Diese drei Frauen haben es auch ohne Quote geschafft: Schröder, von der Leyen und Merkel (von links nach rechts).(Foto: picture alliance / dpa)

Frauen, Schönheit und das Bunte: BA-Chef fordert die Quote

Die Debatte über eine Frauenquote in Führungsgremien bringt die unterschiedlichsten Meinungen hervor. Deutsche-Bank-Chef Ackermann sieht "Führungsfrauen als wünschenswert" an, machten sie doch die Gremien "farbiger und schöner". BA-Chef Alt führt dagegen wirtschaftliche Gründe an, die FDP-Politikern Koch-Mehrin rät Ackermann zu mehr Bildern an der Wand.

Der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, Heinrich Alt, hat sich für eine Frauenquote für Führungsgremien von Unternehmen ausgesprochen. Alt sagte der "Frankfurter Rundschau": "Ich glaube nicht, dass es langfristig ohne Quote zu schaffen ist, den Frauenanteil in Unternehmensführungen signifikant zu erhöhen."

Alt sagte, die mangelnde Besetzung von Führungsposten mit Frauen liege unter anderem daran, dass die Unternehmen erst nach und nach erkennen würden, dass es auch betriebswirtschaftlich Sinn mache, Frauen eine Karriere zu ermöglichen. Aber auch die Lebenseinstellung von Frauen sei ein Grund. Sie setzten oft andere Prioritäten.

Blick von oben: Merkel marschiert aus dem Bundestag.
Blick von oben: Merkel marschiert aus dem Bundestag.(Foto: AP)

Die schwarz-gelbe Bundesregierung diskutiert derzeit über eine Frauenquote. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Forderungen von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eine Merkel verwirft Frauenquote erteilt, eine gesetzliche Frauenquote für Führungspositionen in der Wirtschaft einzuführen. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) setzt sich für einen "Pakt für Frauen" - ähnlich dem freiwilligem Lehrstellenpakt von Wirtschaft und Bundesregierung - ein.

Die stellvertretende SPD-Vorsitzende und Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, hielt der Kanzlerin in der Zeitung "Die Welt" vor: "Es ist naiv, immer noch darauf zu vertrauen, dass bei diesem Thema ohne gesetzlichen Druck etwas passiert." Die Kanzlerin liege hier völlig falsch.

Schröder moniert "Präsenzkultur"

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) kritisiert die "starre Präsenzkultur der Unternehmen". An dieser Haltung "scheitert heute für Frauen wie für Männer" häufig der Versuch, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. Schröder fordert nach einem Bericht der "Rhein-Zeitung" bessere Arbeitszeitmodelle für Mütter und Väter, denen die eigenen Familie immer wichtiger werde.

Ackermann braucht mehr Farbe.
Ackermann braucht mehr Farbe.(Foto: picture alliance / dpa)

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann löste mit Äußerungen zur Frauenquote bei führenden FDP-Politikerinnen Irritationen aus. "Wenn Herr Ackermann mehr Farbe im Vorstand will, soll er sich Bilder an die Wand hängen", sagte die FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin dem "Handelsblatt". "Frauen in Führungspositionen verstehen sich nicht als Dekorationsobjekt, das gilt mit Sicherheit auch für die Managerinnen in der Deutschen Bank." Ackermann hatte zuvor "Führungsfrauen als wünschenswert" bezeichnet. Sie machten die Gremien "farbiger und schöner".

Quelle: n-tv.de

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