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Ein Überwachungsvideo zeigt im Dezember 2015 einen Brandanschlag auf ein türkisch-islamisches Vereinsheim in Stuttgart.
Ein Überwachungsvideo zeigt im Dezember 2015 einen Brandanschlag auf ein türkisch-islamisches Vereinsheim in Stuttgart.(Foto: picture alliance / dpa)

Flüchtlingsheime im Visier: BKA zählt 13 Sprengstoff-Anschläge

Die Tendenz ist besorgniserregend: Immer öfter werden in Deutschland Anschläge auf Asylunterkünfte mit Sprengstoff verübt. 13 waren es allein im vergangenen Jahr - die meisten davon in den neuen Bundesländern. Und die Spirale der Gewalt dreht sich weiter.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat im vergangenen Jahr 13 Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberheime gezählt - genauer handelte es sich dabei um Delikte, bei denen wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion oder Vergehen gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt werde. Neun der Anschläge seien allein in den letzten drei Monaten des Jahres verübt worden, berichtet die "Tageszeitung". Demnach stammen die Zahlen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine entsprechende Anfrage der Linken.

Vor allem die neuen Bundesländer waren demnach Schauplatz von Sprengstoff-Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte - allein fünf zählte das BKA in Sachsen, vier in Brandenburg, zwei in Mecklenburg-Vorpommern und einen in Thüringen. Den einzigen ähnlich gearteten Vorfall in den alten Bundesländern gab es in Nordrhein-Westfalen. Die meisten Anschläge gab es im sächsischen Freital und im brandenburgischen Guben: In beiden Städten detonierten Sprengsätze vor Asylunterkünften.

Erstmals Einsatz von Kriegswaffe

Zumindest in Freital konnten mittlerweile zwei Verdächtige festgenommen werden. Nach taz-Informationen waren sie bereits durch "Anti-Asyl-Aktivitäten" aufgefallen. Insgesamt notierte das BKA auf Anfrage der Zeitung für 2015 einen neuen Höchststand an Straftaten gegen Asylunterkünfte: Von 1027 Delikten seien 95 Brandstiftungen gewesen. Und die Welle der Gewalt setzt sich auch in diesem Jahr fort. Beinahe täglich kommt es zu weiteren Vorfällen.

Allein seit Jahresbeginn zählte das BKA 57 Straftaten gegen Asylunterkünfte, darunter 14 Gewaltdelikte. Zuletzt hatte ein Anschlagsversuch im baden-württembergischen Villingen-Schwenningen eine neue Dimension der Gewalt gezeigt. Unbekannte hatten eine scharfe Handgranate über einen Zaun auf ein Flüchtlingsheim geworfen. Es war nach BKA-Angaben bundesweit der erste Fall, bei dem eine Kriegswaffe zum Einsatz kam. Laut Staatsanwaltschaft in Koblenz werde derzeit "in alle Richtungen ermittelt" - auch ein rechtsextremer Hintergrund wird nicht ausgeschlossen.

Quelle: n-tv.de

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