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Die weitergegebenen Dokumente waren detailliert.
Die weitergegebenen Dokumente waren detailliert.(Foto: picture alliance / dpa)

Geheimdienstchefs unter sich: BND-Spion gab Gesprächsprotokolle weiter

Neben den Ländernamen bekamen die Vereinigten Staaten vom Spion beim BND Gesprächsinhalte der obersten Ebene zugespielt. Zudem legten die aus der Geheimdienstzentrale geschmuggelten Dokumente womöglich das deutsche Spionagenetz umfassend offen.

Der Anfang Juli beim Bundesnachrichtendienst enttarnte Spion hat einem Medienbericht zufolge weitreichendere Informationen an die USA weitergeleitet als bisher bekannt. So sollen sich in den Unterlagen von Markus R. auch Verlaufs- und Ergebnisprotokolle von Gesprächen befunden haben, die BND-Präsident Gerhard Schindler und sein Stellvertreter mit den Geheimdienstchefs anderer Länder führten.

Das berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung" unter Berufung auf Mitglieder des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages, das für die Geheimdienste zuständig ist. Demnach gab es in den Materialien ferner eine Übersicht der BND-Residenzen mit den Namen und Adressen der jeweiligen Agenten sowie Konzepte zur Gegenspionage.

Residenzen, Namen und Adressen

Das weitergegebene Auftragsprofil des Auslandsgeheimdienstes habe nicht allein die Namen von Ländern aufgeführt, die der BND im Auftrag des Bundeskanzleramtes überwachen sollte. Zu den Dokumenten gehörte demnach auch eine Übersicht der BND-Residenzen mit den Namen und Adressen der betroffenen Agenten sowie Konzepte zur Gegenspionage. Die USA erfuhren laut dem Blatt auch, was genau in den betroffenen Ländern ausgeforscht werden sollte. Zuletzt war bekannt geworden, dass die Nato-Partner Türkei und Albanien unter Beobachtung des BND stehen.

Der BND-Mitarbeiter soll innerhalb von zwei Jahren 218 Dokumente an US-Geheimdienste verkauft haben. Wie bereits bekannt ist, soll aus ihnen auch hervorgehen, dass der BND - angeblich versehentlich - Gespräche der einstigen US-Außenministerin Hillary Clinton und ihres Nachfolgers John Kerry aufgezeichnet hat.

Geschmuggelt und gescannt

Markus R. war Anfang Juli festgenommen worden. Er arbeitete in der Registratur der BND-Abteilung "Einsatzgebiete/Auslandsbeziehungen". 218 Papiere soll er am Körper durch die Kontrolle des BND in der Zentrale von Pullach bei München geschmuggelt haben. Dann scannte der Mitarbeiter sie zu Hause ein und leitete sie dann weiter.

Mitglieder des Parlamentarischen Kontrollgremiums konnten inzwischen Einsicht in die Dokumente nehmen. Es war ihnen jedoch nicht erlaubt, sich Notizen zu machen. Vielmehr mussten sie sich alles, was sie lasen, merken.

Quelle: n-tv.de

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