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Der Platz in den Erstaufnahmeeinrichtungen wird knapp.
Der Platz in den Erstaufnahmeeinrichtungen wird knapp.(Foto: dpa)

40 Prozent Balkan-Flüchtlinge: Behördenchef räumt Fehleinschätzung ein

Zehntausende Flüchtlinge aus Balkanstaaten sind nach Deutschland gekommen. Die meisten müssen wohl mit einem negativen Bescheid beim Asylantrag rechnen. Das Bundesamt für Migration räumt nun ein, dass es zu langsam reagiert habe.

Der Chef des Bundesamtes für Migration (BAMF), Manfred Schmidt, hat eingeräumt, den Zustrom aus den Balkanländern lange falsch eingeschätzt zu haben. "Wir haben zu spät angefangen, die Zeichen zu spät gesehen", sagte Schmidt am Sonntag dem Bayerischen Rundfunk. "Anfang des Jahres hat keiner mit solchen Zahlen gerechnet."

Innerhalb von wenigen Wochen habe es 30.000 Flüchtlinge aus dem Kosovo, aus Albanien 30.000 und aus Serbien 15.000 gegeben. Damit seien vom westlichen Balkan mehr Flüchtlinge gekommen als aus dem Bürgerkriegsland Syrien.

"Da ist etwas aus dem Gefüge geraten", sagte Schmidt. "Diese Zahl wird sich nicht fortsetzen." Inzwischen sei die Öffentlichkeitsarbeit des BAMF in den Balkan-Ländern bereits sichtbar; sie soll Fluchtwillige von der Flucht abhalten. So hätten sich zuletzt die Zugänge aus Albanien halbiert.

Vor wenigen Wochen hatte die Bundesregierung ihre Schätzung zur Zahl der erwarteten Flüchtlinge auf 800.000 für das Jahr 2015 heraufgesetzt. Zuvor war sie von 450.000 ausgegangen. Mehr als 40 Prozent der Zufluchtsuchenden kamen in diesem Jahr vom westlichen Balkan.

Quelle: n-tv.de

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