Politik
Freitag, 15. Oktober 2010

These zu "Gerechtigkeit" von Aids: Belgiens Kirchen-Oberer schockt

"Aids könnte eine 'Art von immanenter Gerechtigkeit' für den Missbrauch der Liebe sein." Diese These stellt das Oberhaupt der katholischen Kirche in Belgien, Léonard, auf und schockiert damit seine Landsleute.

André-Joseph Léonard erweist seiner Kirche erneut einen Bärendienst.
André-Joseph Léonard erweist seiner Kirche erneut einen Bärendienst.(Foto: REUTERS)

Das Oberhaupt der katholischen Kirche in Belgien, André-Joseph Léonard, hat mit einer These zur "Gerechtigkeit" von Aids Empörung ausgelöst. Die Immunschwäche-Krankheit könnte eine "Art von immanenter Gerechtigkeit" für den Missbrauch der Liebe sein, schrieb Léonard in einem auf Niederländisch erschienenen Werk. "Die tiefe Natur der menschlichen Liebe zu missbrauchen" ende immer mit "Katastrophen", hieß es darin. Aids sei aber "keine Strafe von Gott" für die sexuelle Liberalisierung.

Politiker und Medien reagierten mit Unverständnis und Empörung. Die Gedanken seien eine "Beleidigung für zahlreiche Patienten, die gegen die Krankheit kämpfen, und die Leute, die sie behandeln", erklärten beispielsweise die Abgeordneten Gwendolyn Rutten und Nele Lijnen von den flämischen Liberalen. "Monsignore Léonard schockiert erneut", titelte die große Tageszeitung "La Libre Belgique".

Anfang 2010 übernahm Léonard das Amt des Vorsitzenden der belgischen Bischofs-Konferenz. Der als erzkonservativ geltende Primas hat in den ersten Monaten seines Amtes auch durch sein Umgehen mit den Missbrauchsfällen in der Kirche Kritik erregt.

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Quelle: n-tv.de

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