Dienstag, 11. August 2009
"Hansa Stavanger": Besatzung wieder zuhause
Die fünf deutschen Besatzungsmitglieder des Frachters "Hansa Stavanger" sind nach vier Monaten in der Hand somalischer Piraten wieder zurück in Deutschland. Das berichtete ein Sprecher der Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg.Der Kapitän Krzysztof Kotiuk landete am Morgen mit einem Flugzeug aus Amsterdam in München. Am Flughafen wurde er von Angehörigen empfangen. Anschließend nahmen ihn Münchner Polizisten und Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) in Obhut.
Alle 24 Besatzungsmitglieder waren nach Angaben der Reederei am Montag im kenianischen Mombasa abgeflogen. Die übrigen Crewmitglieder neben den fünf Deutschen sind international: Zwölf stammen aus Tuvalu im Südpazifik, drei aus Russland, zwei aus der Ukraine und zwei von den Philippinen.
Reeder fordert besseren Schutz
Unterdessen sprach sich der Reeder des Schiffes, Frank Leonhardt, für einen besseren Schutz von Handelsschiffen im Golf von Aden aus. Als Konsequenz aus der Kaperung wolle die Reederei künftig die Routen der Schiffe noch besser mit den westlichen Marinen und der EU-Mission "Atalanta" abstimmen, sagte er der "Süddeutschen Zeitung".
An die Bundesregierung appellierte er, die Einsätze der Marine auszuweiten. "Die 'Hansa Stavanger' ist ja nicht im Golf von Aden, sondern im Seegebiet zwischen dem Horn von Afrika und Madagaskar überfallen worden." Dort gebe es aber keinen Schutz durch Seestreitkräfte, sagte er dem "Hamburger Abendblatt". Deshalb bemühe sich die Reederei gemeinsam mit dem Verband Deutscher Reeder in Gesprächen mit der Bundesregierung, die Marineeinsätze auf dieses Fahrtgebiet auszuweiten.
Ermittlungen in Mombasa vor Abschluss
Die Ermittlungen des BKA an Bord des Containerschiffs "Hansa Stavanger" in Mombasa sollen an diesem Donnerstag abgeschlossen werden, wie ein Sprecher der zuständigen Hamburger Staatsanwaltschaft mitteilte. Die BKA-Beamten sicherten unter anderem Fingerabdrücke und DNA-Spuren auf dem Schiff. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit April wegen des Verdachts eines gemeinschaftlichen Angriffs auf den Seeverkehr und der schweren räuberischen Erpressung.
Die "Hansa Stavanger" war am 4. April rund 400 Seemeilen vor der somalischen Küste von Seeräubern überfallen und gekapert worden. Am 3. August gaben die Piraten das Containerschiff gegen ein Millionen- Lösegeld wieder frei. Am Samstag lief der Frachter in Mombasa ein.
dpa
Hintergründe zur Nachricht
Bilderserien zur Nachricht
Politik
-
"Auf die Befreiungsschlacht vorbereiten"
Syrischer Nationalrat warnt
-
Entschädigung der Zwangsarbeiter
Seehofer macht Druck
-
Neue Lyrik über Griechenland
Spott ergießt sich über Grass
-
Wieder tote Zivilisten in Afghanistan
Nato-Bomben töten Familie
-
Umstrittenes Atomprogramm
Iran baut zweites AKW
-
Mehr als 30 tote Kinder
Massaker sorgt für Empörung
-
Rückbau der Atomruine dauert 30 Jahre
Abklingbecken sicher vor Beben
-
Anerkennung von Gesundheitsschäden
SED-Opfer warten jahrelang
-
Idealer SS-Mann und blonde Bestie
Aufstieg und Tod des Reinhard Heydrich
-
Deutsche Interessen vernachlässigt?
Steinbrück: Kanzlerin vereinsamt
-
Zustimmung zum Fiskalpakt
Schwarz-Gelb macht Druck
-
Eintrag in Flensburg
Ramsauer verschärft Punkte