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Quintessenz des Bildungsberichts: Das Geld ist in Kitas besser angelegt.
Quintessenz des Bildungsberichts: Das Geld ist in Kitas besser angelegt.(Foto: REUTERS)

Bildungsbericht stärkt Gegner: Betreuungsgeld überfordert Staat

Das Betreuungsgeld wird zu einem immer absurderen Projekt: Die Mehrheit der Bundesbürger lehnt es ab, innerhalb der Regierungskoalition will nur die CSU die Maßnahme wirklich haben und über die Wirkung der Prämie für Daheimerzieher gibt es viele Zweifel. In die Reihe der Skeptiker stellen sich nun auch die Autoren des nationalen Bildungsberichts.

Die Opposition, aber auch Teile der Regierungskoalition halten das schwarz-gelbe Projekt Betreuungsgeld für Unsinn. Die Gegner der Maßnahme bekommen jetzt neue Nahrung. So warnen auch namhafte Wissenschaftler, die den neuen nationalen Bildungsberichts von Bund und Ländern verfasst haben, eindringlich vor der Einführung des CSU-Herzensanliegens. Dessen ungeachtet will es die Bundesregierung noch vor der Sommerpause im Bundestag auf den Weg bringen.

In dem gemeinsam vom Bildungsministerium und der Kultusministerkonferenz in Auftrag gegebenen Schriftstück wird vor Überforderung gewarnt. Die Argumentation: Kita-Ausbau, Einlösung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Unter-Dreijährige sowie dringend notwendige qualitative Verbesserungen in Kinderkrippen wie Kindergärten stellten den Staat ohnehin schon vor erhebliche finanzielle Herausforderungen. Bei zusätzlichen Leistungen - wie dem Betreuungsgeld - bestehe dagegen die Gefahr, dass keines der angestrebten Ziele zufriedenstellend erreicht werden kann.

Fernab von einer möglichen finanziellen Überforderung bezweifeln die Experten, dass das Betreuungsgeld sinnvoll sein könnte. Sie verweisen in ihrer Analyse auf verschiedene aktuelle Untersuchungen, die den Nutzen frühkindlicher Bildung in Betreuungseinrichtungen eindeutig belegten. So verfügten Kinder, die vor ihrer Einschulung mindestens drei Jahre eine Kita besuchten, in der vierten Grundschulklasse beim Lesen und beim Textverständnis in der Regel über einen Lernvorsprung von gut einem Schuljahr. Solche erheblichen Lernvorsprünge fänden sich "auffällig" auch bei Kindern aus problematischen Elternhäusern oder aus Migranten-Familien.

Kinder ungebildeter Eltern benachteiligt

Wesentliche Profiteure vom Kita-Besuch der Kleinen sind allerdings laut Bericht Familien mit hohem Bildungsniveau, die sich ohnehin intensiv um die Vorbildung ihrer Kinder kümmern - zum Beispiel durch Vorlesen, Wortspiele und Geschichten erzählen. Auch wenn beide Elternteile berufstätig seien und das Kleinkind tagsüber in einer Kita betreut werde, ließen diese zusätzlichen Aktivitäten der Eltern nicht nach.

"Die Leseorientierung in der Familie wird durch den Bildungsstand der Eltern geprägt", heißt es in der Analyse weiter. Kinder, die aber diese Unterstützung nicht erhielten und gleichzeitig auch keine Kita besuchten, seien bei der Bildung doppelt benachteiligt, folgern die Wissenschaftler.

Erst kürzlich hat die Regierung beim Betreuungsgeld einen zusätzlichen Dämpfer hinnehmen müssen. In einer Umfrage für das ZDF gaben 71 Prozent der Deutschen an, die Maßnahme abzulehnen. Zwei Monate zuvor zählten noch lediglich 61 Prozent zu den Kritikern.

Quelle: n-tv.de

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