Politik

Rancher gegen US-Regierung: Bewaffnete besetzen Nationalparkverwaltung

Es klingt wie der Plot eines Westerns: Rinderzüchter scheren sich nicht ums Gesetz und greifen zu den Waffen, wenn der Staat doch einmal versucht, seine Autorität durchzusetzen. Diese Geschichte spielt aber Anfang 2016 in Oregon.

Mitglieder einer Bürgerwehr und andere Aktivisten haben aus Protest gegen die US-Regierung das Verwaltungsgebäude eines Naturparks in Oregon besetzt. Die bewaffneten Miliz-Männer wollen dort notfalls "mehrere Jahre" ausharren, wie ihr Anführer Ammon Bundy der Tageszeitung "The Oregonian" sagte. Seinen Angaben zufolge haben etwa 100 Menschen sich ihm angeschlossen. Sie seien bereit, Gewalt anzuwenden, fügte Bundy hinzu.

Über Facebook ermutigte Bundy Gleichgesinnte aus dem ganzen Land, mit ihren Waffen zu der Gruppe zu stoßen. Der örtliche Sheriff rief die Bevölkerung auf, sich von dem Gebäude fernzuhalten.

Entzündet hatte sich der Protest an der Verurteilung von zwei Ranchern zu fünf Jahren Haft wegen Brandstiftung. Den beiden - Vater und Sohn - wurde laut Medienberichten angelastet, auf Land der Bundesregierung ein Feuer gelegt zu haben, um Spuren von Wilderei zu verwischen. Sie sollen sich am Montag im Gefängnis melden. Bundy und seine Anhänger sprechen von "Machtmissbrauch" der Behörden. Sie sagen, die Rancher seien schlicht für ihre Weigerung bestraft worden, ihr Land an die Bundesregierung zu verkaufen.

Zunächst protestierten zunächst etwa 300 Milizionäre und Einwohner in der Stadt Burns mit einem Marsch, dann zog eine Gruppe von schätzungsweise mehreren Dutzend Bewaffneten zum Hauptquartier des entlegenen "Malheur National Wildlife Refuge" und besetzte es. Das Verwaltungsgebäude war zu dem Zeitpunkt offenbar menschenleer.  

Bundy sagte in einem Interview mit CNN, die Regierung nehme für sich Land und Ressourcen in Anspruch, die dem Volk gehörten, dieser "Missbrauch" müsse generell aufhören. Es sei Zeit, sich dagegen zu erheben.

Bundy ist der Sohn des radikalen Ranchers Cliven Bundy aus Nevada, der 2014 Schlagzeilen machte: Er stand damals an der Spitze einer Gruppe von mehreren bewaffneten Viehzüchtern, die sich tagelang weigerten, ihre auf Regierungsland grasenden Herden abzuziehen.

Quelle: n-tv.de

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