Polizisten patroullieren durch Maputo.
(Foto: dpa)
Donnerstag, 02. September 2010
Aufstand der Armen in Mosambik: Tote bei Brotpreis-Krawallen
Afrikanische Länder leiden verstärkt unter Spekulationen mit Rohstoffen und den damit einhergehenden Preissteigerungen. In Mosambik bricht sich die Verzweiflung darüber in Krawallen Bahn. Die Polizei greift hart durch gegen den Unmut der Bevölkerung.Bei schweren Unruhen wegen Preiserhöhungen für Grundnahrungsmittel wie Brot sind in Mosambik sieben Menschen ums Leben gekommen. Wie die Regierung weiter mitteilte, wurden 248 Menschen verletzt. Unter den Toten sind auch zwei Schulkinder. Die Ausschreitungen zwischen gewalttätigen Demonstranten und Sicherheitskräften in der Hauptstadt Maputo hatten sich an Plänen der Regierung entzündet, die Preise für Brot, Treibstoff und Strom drastisch zu erhöhen. Dabei kam es auch zu Plünderungen.
Die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa berichtete unter Berufung auf Behörden, mehr als 140 Menschen seien festgenommen worden. Der lokale Fernsehsender Socio Televisao sprach sogar von mindestens zehn Todesopfern.
Polizei schießt scharf
Tausende aufgebrachte Bürger hatten in den Armen-Vierteln von Maputo Barrikaden aus brennenden Reifen errichtet und sich Straßenschlachten mit der Polizei geliefert, der vorgeworfen wurde, auch mit scharfer Munition geschossen zu haben. Am Donnerstag feuerte die Polizei immer noch sporadisch Schüsse in die Luft, um einzelne Protestgruppen auseinanderzutreiben. Die südafrikanische Zeitung "Cape Times" meldete, auch nahe der Provinzstadt Matola sei es zu Unruhen gekommen.
Die Regierung rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Am Flughafen von Maputo, der wegen Straßenschlachten auf der Zubringerstraße vorübergehend geschlossen war, normalisierte sich der Verkehr wieder.
In der ehemaligen portugiesischen Kolonie, die sich noch immer nicht von dem verheerenden Bürgerkrieg (1976-1992) erholt hat, hatte die Regierung nach ähnlichen Unruhen vor zwei Jahren mit sechs Toten umstrittenen Preiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr wieder zurückgenommen.
dpa
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